Was einen echten Obstbrand ausmacht

Ein feiner Obstbrand ist der perfekte Abschluss eines guten Essens. (Foto: djd/www.echterobstbrand.com)
Die Finger sind noch klamm, während ein guter Obstbrand innen schon für Wärme sorgt - in der kalten Zeit eine probate Angelegenheit. Doch wer klare Spirituosen mit Früchten auf dem Etikett für echte Obstbrände hält, wird leicht irregeführt. Im Zweifelsfall bezahlt man teuer für billigen Neutralalkohol, der mit Aromastoffen aufgepeppt wurde. Woran erkennt man eigentlich echte Obstbrände?

Klare gesetzliche Bestimmungen
"Für echte Obstbrände gibt es klare gesetzliche Bestimmungen. Nur was zu 100 Prozent aus Früchten stammt, darf sich mit den Endsilben '-brand' oder '-wasser' schmücken, Kirschwasser zum Beispiel oder Birnenbrand", erklärt Harald Brugger vom Bundesverband der Obstverschlussbrenner e.V.

Entspreche ein "Schnaps" nicht den gesetzlichen Vorgaben für "Brände", müsse er irgendwo auf dem Etikett die Angabe "Spirituose" tragen. Vorsicht mahnt Brugger auch bei Angaben von unter 40 Volumenprozent Alkohol an. Spätestens, wenn der Mindestalkoholgehalt von 37,5 Volumenprozent für echte Obstbrände unterschritten werde, sei es klar, dass man keinen Obstbrand vor sich habe. Mehr Informationen: www.echterobstbrand.de.

Während die gesetzlichen Qualitätsvorschriften für Spirituosen großzügig sind, sind sie für echte Obstbrände und Wässer streng. Diese dürfen ihr Aroma nur aus der Qualität der verarbeiteten, Namen gebenden Frucht beziehen. Dem Destillat darf kein Neutralalkohol beigemischt sein, der Zusatz von Aromastoffen ist ebenso verboten. Außerdem wird nur weiches Wasser verwendet, um die ursprünglichen 70 bis 80 Volumenprozent auf Trinkstärke abzusenken.

Bevor hochwertige Brände in den Handel kommen, werden sie in Behältern aus Edelstahl oder Steinzeug mehrere Monate bis Jahre gelagert. Aufgrund von sogenannten Veresterungsprozessen werden sie weicher sowie milder und entwickeln ein kräftigeres Aroma. Eine Lagerung im Holzfass ist die Ausnahme, denn die Holztöne könnten die feinen Fruchtaromen überdecken. (djd/pt)
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