Trotz Nullzinsen: Wer Geld zurücklegt, steigert den Wohlfühlfaktor

Langfristig orientierte, "moderne" Sparer haben mehr Freude. (Foto: djd/Union Investment/contrastwerkstatt-Fotolia.com)
Mit Guthabenzinsen nahe Null fehlt der Anreiz, Geld zurückzulegen. Stimmt das? Nein, denn die Deutschen sparen trotz der niedrigen Zinsen weiter auf hohem Niveau. Dies ergab eine repräsentative Befragung von mehr als 8.000 Bundesbürgern durch das Meinungsforschungsinstitut Elbe 19 im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment.

Demnach halten es neun von zehn Befragten weder für altmodisch noch für spießig, regelmäßig Geld zurückzulegen. Für 73 Prozent der Befragten bedeutet ein finanzielles Polster, jetzt und künftig handlungsfähig zu sein. Viele sehen darin auch einen Zugewinn an persönlicher Freiheit. "Nicht zu sparen bereitet vielen ein ungutes Gefühl", berichtet Klaus Riester, Geschäftsführer bei Union Investment. "Wer spart, dessen Wohlfühlfaktor steigt, auch wenn es rein rational nur um das Halten oder Steigern des Lebensstandards geht."

"Moderne Sparer" haben mehr Freude
Die Befragung zeigt, dass die Freude am Sparen auch mit der Art und Weise der Anlage zusammenhängt. "Moderne Sparer", die Wertpapiere und Fonds besitzen, haben die größte Sparlaune. Sparer, die nur auf die Klassiker wie Tagesgeld und Sparbuch setzen, bleiben dahinter zurück.

"Auch was die Rendite beim Sparen anbelangt, haben langfristig orientierte, moderne Sparer mehr Freude", so Anlageexperte Riester. Denn Zahlen des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) zeigen, dass Sparen selbst in Zeiten niedriger Zinsen funktionieren kann. So kam etwa ein zehnjähriger Sparplan auf einen global anlegenden Aktienfonds per Ende Dezember 2015 auf eine durchschnittliche Wertentwicklung nach Abzug aller Kosten von 6,7 Prozent pro Jahr.

Trotz ihres ausgeprägten Sparwillens gehen die meisten Deutschen aber leidenschaftslos mit dem Thema um. Die große Mehrheit von 63,9 Prozent sieht in ihrem Verhältnis zum Sparen eine nüchterne Zweckbeziehung. 30 Prozent würden es als Liebesheirat bezeichnen, 6,1 Prozent als Rosenkrieg. "Man muss das Sparen also nicht lieben, um es zu tun", fasst Klaus Riester die Umfrageergebnisse zusammen. (djd)
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