Schulranzen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Wenn es nirgendwo zwickt und der Ranzen auch nicht von den Schultern rutscht, sitzt er richtig. (Foto: djd/DGUV)
Im Durchschnitt wiegt ein Schulranzen sechs Kilogramm: Somit tragen Kinder so viel wie sechs Pakete Zucker, 24 Stücke Butter oder einen Sechserpack Wasserflaschen jeden Tag zur Schule und zurück. Kein Wunder, dass bereits fast 50 Prozent der Elf- bis 17-Jährigen angeben, schon einmal unter Rückenbeschwerden gelitten zu haben. Das sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen, denn auf Dauer kann ein zu schwerer Tornister sogar zu bleibenden Haltungsschäden führen.

Beim Kauf eines Schulranzens sollte das Kind unbedingt dabei sein und den neuen täglichen Begleiter anprobieren. "Kinder tragen ihre Schultasche das ganze Jahr, im Sommer wie im Winter. Deshalb muss sie sowohl mit einem leichten T-Shirt als auch mit einer warmen Jacke getestet werden", erklärt Dr. Heinz Hundeloh, Leiter des Sachgebiets Schule der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. "Wenn es nirgendwo zwickt und der Ranzen auch nicht von den Schultern rutscht, sitzt er richtig."

Wichtig ist auch die sogenannte DIN-58-124-Kennzeichnung: Sie qualifiziert den Schulranzen als praktisch, ergonomisch und sicher. Wenn alles richtig sitzt, trainiert das Kind beim Tragen sogar seine Rückenmuskulatur. Dazu muss der Tornister im oberen Bereich der Wirbelsäule aufliegen und darf nicht höher als die Schulter stehen. Damit die Kleinen auch auf dem Schulweg jederzeit gut zu sehen sind, empfehlen sich Leuchtfarben und Reflektoren auf der Schultasche.

Ranzencheck mit Mama und Papa
Einmal pro Woche sollten die Eltern gemeinsam mit ihrem Nachwuchs einen Gewichts-Check machen. Neben den notwendigen Schulsachen verirren sich öfters auch Spielsachen in den Tornister und sorgen für unnötiges Zusatzgewicht. Als Faustregel gilt: Der Schulranzen selbst sollte nicht mehr als ein Kilogramm auf die Waage bringen, gefüllt darf er nicht schwerer sein als zehn Prozent des Körpergewichts des Kindes. Getränke, Materialien oder Sportkleidung sollten möglichst in der Schule deponiert werden.

In der Schule sitzen Kinder viel, zu Hause sieht es meist nicht anders aus: Mittag am Esstisch, Hausaufgaben am Schreibtisch. Kinder brauchen also nach der Schule Bewegung, darauf sollten Eltern unbedingt achten. Ständig die gleiche Haltung tut dem Kinderrücken, der noch wächst, nicht gut.

Kampagne für den Rücken
Informationen und konkrete Anleitungen rund um das Thema Rückengesundheit finden sich auch unter www.deinruecken.de im Internet. Die Präventionskampagne "Denk an mich. Dein Rücken" wird von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen gemeinsam mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie der Knappschaft initiiert.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.