Sanierungsbedarf steigt: Ab Mai tritt die novellierte Energieeinsparverordnung in Kraft

Für den Neubaubereich gelten ab 2016 nochmals strengere energetische Standards. Für Besitzer von Altimmobilien bedeutet dies einen erhöhten Sanierungsbedarf. (Foto: djd/Gesamtverband Dämmstoffindustrie e.V. GDI/IVH)
Lange wurde diskutiert, die Einführung immer wieder verschoben, doch nun ist es amtlich: Ab Mai 2014 tritt die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) in Kraft. Viele der Regelungen betreffen dabei neue Eigenheime. So müssen ab 2016 Neubauten beim Jahresprimärenergieverbrauch um mindestens 25 Prozent sparsamer sein als Häuser gemäß der alten Standards aus der EnEV 2009. Doch der Weg zu einer immer besseren Energieeffizienz setzt auch Eigentümer von Altimmobilien unter Zugzwang: Wer nicht handelt, riskiert, dass die Kluft zwischen zukunftsweisenden Energiesparhäusern und dem eigenen Altbau immer größer wird. Ein zu hoher Energieverbrauch jedoch kann auf mittelfristige Sicht die Vermietbarkeit und den Wert beeinträchtigen.

Fahrplan zur Sanierung
Hausbesitzer, die vorausschauend handeln, sollten sich daher mit den Möglichkeiten einer energetischen Sanierung beschäftigen, empfiehlt Marianne Tritz, Geschäftsführerin beim Gesamtverband Dämmstoffindustrie e.V. (GDI). "Neubauten setzen spätestens ab 2016 neue Standards. Schon heute orientieren sich die meisten Bauherren an den neuen Vorgaben. Altimmobilien, die weiterhin unnötig viel Energie verbrauchen, werden somit nochmals an Attraktivität verlieren." Sie empfiehlt Hausbesitzern daher, einen unabhängigen, zertifizierten Energieberater einzuschalten und einen individuellen Sanierungsfahrplan zu erstellen. Experten vor Ort sowie viele weitere nützliche Informationen rund um die Dämmung findet man unter www.gutgedaemmt-geldgespart.de.
Den ersten Schritt zu einer besseren energetischen Bilanz im Altbau stellt in aller Regel die Dämmung dar. "Noch bevor man über eine neue Heizung oder andere Maßnahmen nachdenkt, sollte man die Energieverluste minimieren. Studien zeigen, dass sich eine Wärmedämmung von selbst amortisiert", so Marianne Tritz weiter. So gehe allein über ein ungedämmtes Dach bis zu 30 Prozent Heizenergie verloren. Eine Dämmung der Fassade spare bis zu 25 Prozent ein, bei der Kellerdecke seien 15 Prozent möglich. "Die Sanierung lohnt sich gleich mehrfach: für die Umwelt, finanziell durch eingesparte Heizkosten und langfristig, was den Werterhalt der eigenen Immobilie betrifft", sagt die Expertin. Dies macht auch die EnEV 2014 deutlich: So sieht die Neuregelung einen Mindestwärmeschutz für das Dachgeschoss in Altbauten vor. Wie groß der Nachholbedarf im eigenen Haus ist, um diese Dämmpflicht zu erfüllen, kann ebenfalls der Energieberater in einer individuellen Analyse klären.

Energieausweis bringt Durchblick
Mit der Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) gewinnt auch der Energieausweis an Bedeutung. Er wird optisch überarbeitet und in Energieeffizienzklassen aufgeteilt, so dass die Einordnung - ähnlich wie bei Haushaltsgeräten bekannt - auf einen Blick erkennbar ist. "Die energetischen Kennwerte eines Gebäudes müssen künftig in Immobilienanzeigen veröffentlicht werden, der Energieausweis ist an den Käufer oder Mieter eines Gebäudes auszuhändigen", erklärt Marianne Tritz, Geschäftsführerin beim Gesamtverband Dämmstoffindustrie e.V. (GDI)
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