Keine Arbeitnehmer zweiter Klasse: Personaldienstleistungsbranche konnte ihr Image entscheidend verändern

Viele Bundesbürger schätzen an der Zeitarbeit die Flexibilität, die einem dadurch ermöglicht wird. (Foto: djd/Gütegemeinschaft Personaldienstleistungen e.V./thx)

Prekäre Arbeitsverhältnisse, Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeitnehmer - das alles sind Begriffe, die eher negativ besetzt sind. Dabei haben Personaldienstleister ihr ehemals schlechtes Image längst abschütteln können.

"In der gesamten Europäischen Union, vor allem aber auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat die Personaldienstleistungsbranche als Konjunkturmotor für Beschäftigungshöchststände gesorgt", betont beispielsweise Dr. Timm Eifler von der RAL Gütegemeinschaft Personaldienstleistungen e.V.

Jobmotor statt Jobkiller
Vor allem in konjunkturellen Hochphasen sei die Zeitarbeit Jobmotor Nummer eins gewesen. "Ein Drittel bis die Hälfte aller neuen Arbeitsplätze dürften in der Branche entstanden sein, etwa jeder dritte Zeitarbeitnehmer findet in einem der Kundenunternehmen eine Festanstellung", so Dr. Eifler. Ursprünglich seien Zeitarbeitskräfte zwar tatsächlich vorwiegend als Aushilfen eingesetzt worden, um Auftragsspitzen aufzufangen - heute würden viele von ihnen immer öfter zentrale Positionen in den Unternehmen einnehmen.

Je qualifizierter Zeitarbeiter sind, desto eher werden sich Unternehmen auch bemühen, sie in eine Festanstellung zu locken." Das alles geschehe auch vor dem Hintergrund des gravierenden Fachkräftemangels in vielen deutschen Firmen. "Zahlreiche Unternehmen sind geradezu händeringend auf der Suche nach qualifiziertem Personal", so Dr. Eifler. Nur die Personaldienstleistungsbranche mit ihrem Know-how könne diese Lücken oftmals schließen.

Dr. Eifler betont, leider wird das Zeitarbeitsverhältnis immer noch negativ gesehen. Dazu tragen die auch im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz verwendeten Begriffe Verleiher, Entleiher, Leiharbeitnehmer bei. Hier ist ein Umdenken dringend nötig. In der Öffentlichkeit, den Medien aber auch beim Gesetzgeber. "Wir möchten nicht, dass unsere Mitarbeiter und Kunden alleine durch diese Begrifflichkeiten diskriminiert werden. Das Zeitarbeitsverhältnis ist ein normales Arbeitsverhältnis mit Tarifen und Sozialversicherung." Unter www.guetegemeinschaft-personaldienstleistungen.de gibt es weitere Informationen zum Thema.

So nutzen Arbeitnehmer die Zeitarbeit
Arbeitnehmer werden als Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma mit einem festen Arbeitsvertrag angestellt. Es gelten die üblichen arbeitsvertraglichen Bedingungen und Tarifverträge. Die Zeitarbeitnehmer haben Anspruch auf Sozialleistungen wie Urlaubs-, Weihnachts- und Krankengeld. Der Arbeitsplatz selbst befindet sich dann in dem Kundenunternehmen, an das man überlassen wird. Auch dort hat man die gleichen Rechte und Pflichten wie die Angestellten dieser Firma. (djd/pt)
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