Hatschi: Zeit für Kälteirrtümer

Am Kopf spürt man die Kälte besonders intensiv.

Immer Mütze auf? Meiste Wärme geht nicht über den Kopf verloren

Soll man bei Winterkälte oder kühlem Wind nicht mit nassen Haaren vor die Tür gehen, weil man sich sonst erkältet? Soll man eine Mütze aufsetzen, weil die meiste Wärme angeblich über den Kopf verloren geht?

„Natürlich kann jeder diese Ratschläge befolgen“, sagt Simone Riß vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Würzburg. „Falsch ist es grundsätzlich nicht, aber die Begründungen sind nicht ganz richtig.“ Denn eine Erkältung bekommt man ausschließlich durch Viren, die sich über Tröpfcheninfektion übertragen. Die holt man sich durch Berühren infizierter Türklinken, Rolltreppengeländer oder durch hustende und schniefende Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Durch Unterkühlung kann das Immunsystem allerdings geschwächt werden, so dass man für Husten, Fieber und Schnupfen anfälliger ist. Hinzu kommen stark beheizte Räume, die die Schleimhäute austrocknen und für Erkältungserreger eine leicht zu überwindende Barriere darstellen.

„Die meiste Wärme verlieren wir an Körperteilen, die weiter vom Körperrumpf entfernt sind, also an Füßen und Händen“, weiß Riß. „Lediglich zehn Prozent der Körperwärme gehen über den Kopf verloren“. Da er aber die am wenigsten mit Kleidung bedeckte Stelle ist und zudem mit vielen Nervenenden versehen ist, spürt man die Kälte dort besonders intensiv. Bei längeren Aufenthalten im Winter heißt es darum immer: wärmende Sport- und Handschuhe anziehen und Mütze aufsetzen!

Gänzlich falsch ist es, sich mit heißen alkoholischen Getränken wie beispielsweise Glühwein, Grog und Lumumba aufzuwärmen. „Auch wenn es am Anfang wohltuend wirkt: Der Alkohol erweitert die Blutgefäße und bringt den Wärmehaushalt zum Erliegen“, so Riß. Das führt zu einer erhöhten Wärmeabgabe sowie zur Absenkung der Körpertemperatur mit dem Ergebnis, dass man noch leichter friert.
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