Gefährlich, schmutzig und von gestern? Viele falsche Vorstellungen vom Dachdeckerhandwerk

Auch wenn futuristische Fassadengestaltungen mit Energiesparpotenzial umgesetzt werden sollen, können Dachdecker die richtigen Ansprechpartner sein.
Wer bewundert sie nicht: die Handwerker, die in schwindelnder Höhe auf dem Dach arbeiten? Doch nach anfänglicher Bewunderung winken – zumindest viele Eltern – gleich ab. Viel zu gefährlich. Und überhaupt: Was gehört schon dazu, Dachziegel der Reihe nach aufzulegen?

Auch wenn der rund 800 Jahre alte Ursprung dieses Handwerks im Eindecken von Dächern zu suchen ist, muss der Dachdecker anno 2014 mehr können. Er muss in erster Linie alle Sicherheitsvorschriften für die Arbeit an und auf Gebäuden kennen. Und diese Vorschriften werden strikt überwacht und eingehalten, wie die Unfallstatistiken beweisen.

Doch der Dachdecker des 21. Jahrhunderts arbeitet nicht nur auf dem Dach. Einen immer größeren Stellenwert nimmt die energetische Sanierung des Gebäudebestandes ein. Hinzu kommt die Montage von Solarstromanlagen, die durch neue Speichertechnologien zunehmend an Bedeutung für den Dachdecker gewinnt – trotz verringerter Einspeisevergütungen.

Wenig bekannt ist auch, dass das Dachdeckerhandwerk als Fachgewerk für die gesamte Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik auch für die Fundamentabdichtung von Bauwerken gegen drückendes Wasser zuständig ist. Und die Palette der Bauwerke, die abgedichtet werden, reicht von Tunnel und U-Bahn-Röhren über Brücken bis zu Schwimmbädern.

Wenn auf Hausdächern grüne Oasen und blühende Landschaften entstehen, haben meist Dachdecker ganze Arbeit geleistet. Denn auch die Vorbereitung zur Begrünung von Dächern und deren Ausführung gehört zu den Aufgaben des Dachdeckerhandwerks.

Der Dachdecker von einst – der „Schiefer- und Ziegelaufleger“ – ist also heute zu einem der hochqualifiziertesten Handwerker im Gebäudebereich geworden. Immer häufiger werden Dachdecker-Fachbetriebe bereits bei der Planung von Neubauten und Sanierungsmaßnahmen als kompetente Berater hinzugezogen. Entsprechend umfassend ist auch die Ausbildung in diesem Beruf mit den besten Aussichten.

Wer nach drei Jahren die Hürde der Gesellenprüfung geschafft hat, kann zu Recht stolz darauf sein, Dachdecker zu sein. Informationen zum Einstieg, zur Ausbildung und zu weiteren Berufsperspektiven gibt es bei jeder Dachdecker-Innung und im Internet unter www.DachdeckerDeinBeruf.de sowie unter www.dachdecker.net.
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