Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen

Wann? 03.09.2015 bis 06.09.2015

Wo? Marktplatz, Gerolzhofen DE
Bald ist der Krieg für Gerolzhofen zu Ende: Das Theaterstück „Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen“ rollt die Ereignisse von 1945 neu auf.
Gerolzhofen: Marktplatz |

Drama mit grotesken Zügen thematisiert die Vergangenheit Gerolzhofens im Dritten Reich.

In der beschaulichen Kleinstadt Gerolzhofen geschah am 6. April 1945 scheinbar Unfassbares: 800 Frauen erhoben sich trotz der Anwesenheit von SS-Einheiten und forderten, die Stadt den anrückenden amerikanischen Truppen kampflos zu übergeben. An der Spitze des Aufstands stand die Lehrerin Josefine Schmitt, die dem Nationalsozialismus und seiner Ideologie selbst zunächst durchaus zugetan war. Und schließlich flatterte die von den Frauen vehement geforderte weiße Fahne aus dem Rathausfenster.

Die SS verhängte Todesurteile gegen die Verantwortlichen. Goebbels plärrte ins Mikrofon, ihre weißen Fahnen sollten für die mainfränkischen Verräter zu ihren Leichentüchern werden. Und doch wendete sich schließlich alles zum Guten. Keines der Urteile konnte mehr vollstreckt werden, die Verteidiger verschwanden, die Amerikaner rückten ein und bereiteten dem braunen Spuk ein Ende. Gerolzhofen und seine 3.000 Einwohner waren gerettet.

Mitten im Geschehen
Dieser so genannte Frauenaufstand jährt sich 2015 zum 70. Mal. Grund genug für das Kleine Stadttheater Gerolzhofen unter Leitung von Silvia Kirchhof, sich der jüngeren Stadtgeschichte dramaturgisch anzunehmen und sie auf die Bühne zu bringen. Das vom erfolgreichen, in Gerolzhofen geborenen und in Berlin lebenden Autor Roman Rausch geschriebene und von Silvia Kirchhof inszenierte Theaterstück „Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen“ rollt die Ereignisse von damals neu auf und beleuchtet sie kritisch. Dafür wurden im Stadtarchiv vorhandene Erlebnisberichte der Beteiligten gesichtet, Interviews mit Zeitzeugen geführt und erstmals umfassend die Gerolzhofen betreffenden Spruchkammerakten in den Staatsarchiven aufgearbeitet.

Die Uraufführung dieses Dramas mit grotesken Zügen findet vom 3. bis 6. September am Originalschauplatz, auf dem historischen Marktplatz von Gerolzhofen, statt. Open-Air, in Sichtweite von „Steigerwalddom“ und Rathaus. Die Zuschauer sind bei der Aufführung also mittendrin in der aufwühlenden Phase der letzten Kriegstage von 1945. Wie auch in der Zeit der Aufarbeitung, als es plötzlich so schien, als hätte es in Gerolzhofen niemals auch nur einen einzigen Nazi gegeben.

Karten gibt es im Vorverkauf bei allen Geschäftsstellen der Main-Post, bei Teutsch am Turm und der Tourist-Information Gerolzhofen (beide in Gerolzhofen), sowie bei ADTicket (www.adticket.de, Hotline Tel. 0180/6050400).
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