Fahrassistenzsysteme halten in allen Fahrzeugklassen Einzug

Sicher im Stop-and-go-Verkehr: Fahrassistenzsysteme sorgen dafür, dass stets der notwendige Abstand eingehalten wird. (Foto: djd/Robert Bosch)
Ein Assistent, der beim Verlassen der Spur warnt oder automatisch den Abstand zum Vordermann hält, ein System, das den toten Winkel überwacht: Diese Funktionen, die das Autofahren sicherer und entspannter machen, sind längst nicht mehr den Premium-Modellen der Hersteller vorbehalten. Denn durch ständige Weiterentwicklungen sind Fahrassistenzsysteme heute bezahlbar geworden.

Die Folge: Die Helfer werden in immer mehr Fahrzeugen der Kompakt- und Mittelklasse bereits serienmäßig eingesetzt oder sind zumindest als Extra erhältlich - ein Ausstattungsdetail, auf das man beim Autokauf achten sollte.

Nach Berechnungen der UN kommen jedes Jahr weltweit bei Verkehrsunfällen rund 1,3 Millionen Menschen ums Leben, rund 50 Millionen werden verletzt. Knapp 90 Prozent der Unfälle sind auf menschliche Fehler zurückzuführen - insbesondere auf Unachtsamkeit, einen zu geringen Abstand oder eine überhöhte Geschwindigkeit. Assistenzsysteme können die Sicherheit erhöhen, indem sie den Fahrer warnen und unterstützen, wenn in kritischen Situationen ein schnelles Handeln notwendig ist. Dazu wird mit Sensoren wie Radar, Video oder Ultraschall das Umfeld permanent überwacht.

Untersuchungen von Bosch kommen zu dem Resultat, dass ein vorausschauendes Notbremssystem bis zu 72 Prozent aller Auffahrunfälle mit Personenschaden verhindern könnte. Ein Notbremsassistent, der bei Geschwindigkeiten unterhalb 30 Stundenkilometern eingreift, könnte allein in Deutschland jährlich über 500.000 Bagatellunfälle vermeiden, wenn alle Fahrzeuge mit einem solchen System ausgestattet wären.

Markt für Fahrerassistenz wächst
Ein starker Treiber der Fahrerassistenz ist das Ratingschema von Euro NCAP (European New Car Assessment Program). Um die Bestnote von fünf Sternen zu erhalten, werden neue Fahrzeugmodelle zu einem großen Anteil mit Fahrerassistenzsystemen wie beispielsweise Spurhaltesystemen oder vorausschauender Notbremsung ausgestattet sein müssen: Von 2014 an muss mindestens ein Assistenzsystem für die Höchstwertung an Bord sein, ab 2016 wird hierfür ein umfassender, vorausschauender Fußgängerschutz nötig.

Die Zukunft fährt automatisch
Mit den heutigen Fahrassistenzsystemen ist längst nicht das Ende der Entwicklung erreicht. Experten wie Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control, erwarten, dass der Weg schrittweise zum automatisierten Fahren führt: "Anfangs beschränkt auf Stausituationen, wird das automatisierte Fahren in Zukunft mit immer höheren Automatisierungsgraden bei immer höheren Geschwindigkeiten möglich sein."

Mehr Sicherheit verbindet sich dabei mit einem Plus an Komfort. Erste Erprobungen auf bundesdeutschen Autobahnen laufen bereits. (djd)
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