Das Tabu um den Tod in der westlichen Welt

Der Tod ist in der westlichen Welt noch immer ein Tabu-Thema, was offenen Gesprächen über dieses Thema leider oftmals im Wege steht. (Foto: Gerd Altmann / pixabay.com)

Es gibt einige Dinge, die unausweichlich zum Menschsein dazugehören. Geburt und Tod bilden den Kreislauf des Lebens und stellen damit zwei ganz natürliche Ereignisse dar. In der uns bekannten westlichen Welt wird die Geburt rauschend und freudig gefeiert und als Segen empfunden. Anders verhält es sich dagegen mit dem Thema des Todes. Während dieses in manchen Kulturen ebenso freudig aufgefasst wird, wie die Geburt, pflegt man hierzulande eher darüber zu schweigen. Der Tod ist weiterhin ein Tabu und wird lediglich mit Trauer und Schmerz und in keiner Weise mit Freude gleichgesetzt.

Wer heutzutage in der Zeitung vom Tod eines Menschen liest, stolpert häufig über die Bitte, bei der Trauerfeier kein Beileid zu spenden. Dieser Wunsch zeigt deutlich, wie tabuisiert das Thema der Trauer in der heutigen Gesellschaft bereits ist. Personen, die einen Verlust zu verarbeiten haben, werden mit Samthandschuhen angefasst, das Thema des Todes in ihrer Gegenwart aber streng vermieden. Man trauert mehr oder weniger in Einsamkeit, wo niemand die Tränen sehen kann. Viele Menschen wünschen sich sogar eine anonyme Bestattung. Dann muss niemand zur Beerdigung kommen, das Grab pflegen und vor dem Tod sind keine Gedanken rund um das Thema der Bestattung notwendig. Häufig besitzen die Verstorbenen nicht einmal ein Testament, weil sie sich zu Lebzeiten keine Gedanken darüber machen und den unausweichlichen Tod lieber verdrängen wollten.

Positiver Umgang mit dem Tod als wichtigster Schritt

Sich mit dem Thema des Todes auseinander zu setzen, mag anfangs ungewohnt und alles andere als angenehm sein, doch es ist der einzige Weg zu einem positiveren Umgang mit diesem natürlichen Prozess. Zuerst einmal sollte jeder sich selbst darüber im Klaren sein, dass der Tod untrennbar mit dem Leben verbunden ist und es auch für die eigene Person eines Tages so weit sein wird. Theoretisch kann es jeden Tag passieren. Eine Minute der Unachtsamkeit kann das Leben eines gesunden und jungen Menschen ebenso schnell beenden wie eine nicht erkannte Krankheit oder ein plötzlicher Herzstillstand. Es ist deshalb ratsam, sich bereits in jungen Jahren mit diesem Thema zu beschäftigen und es nicht auf später zu vertagen.

Nur durch einen bewussten Umgang mit diesem Thema kann es gelingen in Ruhe zu sterben. Häufig leiden Sterbende an einer großen Angst und klammern sich mit aller Kraft an das Leben, weil sie nicht wissen, was danach auf sie wartet. Wer jedoch entspannt mit der Situation umgeht, muss sich auch vor diesem Ereignis nicht fürchten und kann leichter loslassen. Körperkontakt zu geliebten Menschen kann hierbei sehr hilfreich und beruhigend sein, vor allem, wenn die sterbende Person sich selbst nur noch schwer oder gar nicht mehr artikulieren und bewegen kann.

Wichtig ist zudem, sich zu bewusst zu machen, dass das Leben mit dem Tod nicht automatisch beendet ist, sondern die Beziehungen zu den geliebten Menschen weiterhin bestehen. Es gibt demnach keinen Grund traurig zu sein. Wenn sich die Tür des Lebens auf der einen Seite schließt, öffnet sich irgendwo anders eine weitere.

Richtig Abschied nehmen – mit professioneller Unterstützung kann dies gelingen

Trauer richtig zu verarbeiten und von einer geliebten Person für immer Abschied zu nehmen, ist alles andere als einfach. Aus diesem Grund ist es besser, diesen Weg nicht allein zu gehen. Bestattungsunternehmen bieten verschiedene Services an, die in dieser Situation sehr hilfreich sein können. Die Liste der zu erledigenden Aufgaben nach dem Tod eines Angehörigen ist lang und teilweise schwer zu durchschauen. Mit einem Kopf voller trauriger Gedanken ist sie noch schwieriger zu bearbeiten, sodass die Bestattungsinstitute weit mehr leisten als nur die passenden Formulare auszufüllen.

Besonders wichtig ist zuerst einmal das Verfassen einer passenden Todesanzeige, sodass alle, die den Verstorbenen kannten, rechtzeitig über das Begräbnis informiert werden. Darauf weist der Inhaber von Trauerhilfe Denk, einem bayernweit agierenden Bestatter, hin.

Anschließend kann die Wahl der passenden Bestattungsart in Angriff genommen werden. Diese ist besonders wichtig, da es hierbei große Unterschiede gibt. Im besten Fall hat der Verstorbene hierzu seine Wünsche angegeben, sodass diese nur noch in Realität umgesetzt werden müssen. Für eine Erdbestattung ist ein Grab vonnöten. Dieses kann entweder neu erworben oder stattdessen ein bereits bestehendes (Familien-) Grab verwendet werden. Die letzte Bestattung in diesem Grab muss bereits länger zurück liegen, damit die Vorschrift bezüglich der Grabtiefe eingehalten wird. Die Bestattung erfolgt in einem Sarg. Bei der Feuerbestattung wird der Leichnam verbrannt und die Asche wird in der Regel anschließend in einer Urne in ein Urnengrab gegeben. Zusätzlich besteht teilweise die Möglichkeit zur See, Baum- oder Naturbestattung. Die Gesetze hängen dabei vom jeweiligen Bundesland ab und müssen genauestens eingehalten werden, damit es nicht zu rechtlichen Problemen kommt.

Damit der Rahmen der Trauerfeier möglichst festlich wird, darf auch die passende Musik nicht fehlen. Idealerweise wird dafür die Lieblingsmusik der verstorbenen Person eingesetzt. Diese kann entweder vom Band oder auch von einer Musikgruppe oder einem Orchester kommen. Erlaubt ist, was gefällt, sodass der Kreativität von Klassik über Schlager bis hin zu Rock keine Grenzen gesetzt sind. Die Trauerfeier muss dabei nicht in einer Kirche stattfinden. Für all die Verstorbenen, die dies nicht wünschen oder selbst nicht Mitglied in einer Kirche waren, stehen Trauerredner zur Verfügung. Diese erzählen über das Leben der Personen und sorgen so für einen möglichst persönlichen und einfühlsamen Abschied.

Verarbeitung und Trauer von Schmerz – mit Zeit und Geduld kann es gelingen

Gerade in der heutigen Zeit, in der es nicht mehr üblich ist, „Schwäche“ zu zeigen, zu weinen und über seine Trauer offen zu sprechen, kann es sehr schwer sein, über den Tod einer geliebten Person hinwegzukommen. Diese verschwindet von einem auf den anderen Tag plötzlich aus dem Leben und hinterlässt eine scheinbar unschließbare Lücke. Spezielle Trauerbegleiter können helfen, mit dieser Situation richtig umzugehen. Sie helfen den Hinterbliebenen dabei, anzuerkennen, dass die geliebte Person tatsächlich verstorben ist und den Alltag auch ohne sie zu gestalten. So kann es leichter gelingen, den Schmerz zu verarbeiten und einen Neustart zu schaffen. Besonders hilfreich sind dabei sogenannte Gruppentreffen, bei denen sich mehrere Betroffene zusammenfinden und sich gegenseitig in Begleitung des Trauerhelfers über ihre Erfahrungen austauschen. Dabei ist in erster Linie viel Geduld gefordert. Ein ganzes Leben mit einer Person hinterlässt viele Spuren, die nicht ausgelöscht werden können und sollen. Vielmehr müssen Alltag und die Freude am Leben neu erlernt werden. Die Verarbeitung der Trauer läuft dabei in vier verschiedenen Phasen ab, die unterschiedlich lange dauern. Teilweise kann eine Psychotherapie einen hilfreichen Schritt in der Bewältigung der Trauer darstellen, wenn es den Betroffenen besonders schwer fällt, den Weg zurück ins Leben zu finden. Eines steht dabei fest: jeder schafft es auf Dauer, die Trauer zu bewältigen und mit dem Tod umzugehen. Wer sich früh für eine positive Sichtweise entscheidet, tut sich dabei jedoch erheblich leichter.
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