Caritas-Sozialstation St. Franziskus betreut Pflegebedürftige bis an ihr Lebensende

Antje Halbig kümmert sich in der Caritas-Sozialstation St. Franziskus vor allem um Patienten am Lebensende. (Foto: Caritas)
Rund 200 ambulante Patienten in Grombühl, Versbach, der Lindleinsmühle und der Dürrbachau werden derzeit vom Team der Caritas-Sozialstation St. Franziskus betreut. Einige sind noch sehr rege und benötigen nur ein bisschen Unterstützung, um im Alltag klarzukommen. Andere sind so schwer krank, dass sie nur noch wenige Monate oder Wochen zu leben haben. Dazu gehört Annegret Gärtner (Name geändert). Seit einem Jahr wird sie von Pflegefachkraft Antje Halbig betreut.

Zur normalen Mund-, Haut- und Haarpflege kommen bei Annegret Gärtner sogenannte palliativpflegerische Leistungen. Die Seniorin muss zum Beispiel verschiedene Medikamente nehmen, um die Schmerzen und die Übelkeit, unter denen sie leidet, einzudämmen. Seit kurzem erhält sie die Arzneien über eine Infusion. Weil sich Wasser in ihren Beinen einlagert, muss sie Stützstrümpfe tragen. Antje Halbig, die oft dreimal täglich zu Annegret Gärtner kommt, zieht ihr die Strümpfe an und aus, bereitet die Medikamente vor und legt die Infusion an.

Mit Würde auf dem letzten Weg
Die Pflegerinnen und Pfleger der Sozialstation kümmern sich um Patienten mit malignen (fortschreitend zerstörerischen) Erkrankungen, um Menschen, die wegen eines schweren Herzleidens nicht mehr lange zu leben haben, oder um andere schwerstkranke Pflegebedürftige. Dabei arbeiten sie eng mit den Palliativfachkräften des Würzburger Juliusspitals zusammen.

In dieser Klinik gibt es eine Palliativstation, auf der auch Annegret Gärtner schon mehrmals lag. Doch ihr Leben möchte sie hier nicht beenden. „Ihr großer Wunsch ist es, zu Hause zu sterben“, berichtet Antje Halbig. Sie und ihre Kollegen von der Sozialstation St. Franziskus der Würzburger Caritas tun alles, um ihr diesen Wunsch zu erfüllen.

Auch beachten sie spezielle Anliegen der Patientin. Die wandte sich zum Beispiel kürzlich an Antje Halbig mit der Bitte, für eine Krankensalbung zu sorgen: „Daraufhin kontaktierte ich das Pfarramt.“ Zu jeder Uhrzeit, wissen Annegret Gärtner und ihre Tochter, die sich um sie kümmert, kann die Sozialstation gerufen werden. Mehrmals ging es der Patientin nachts schon so schlecht, dass sie hiervon auch Gebrauch machte.

Ohne den Schatten eines Zweifels glaubt Annegret Gärtner, dass es ihr nach ihrem Tod gut gehen wird. Dass sie dann bei Gott sein wird. „Sie ist eine tief gläubige Frau“, sagt Antje Halbig. Darum hat sie auch keine Angst vor dem Sterben. Das erleichtert die Palliativpflege ebenso wie die Tatsache, dass sich Frau Gärtner sehr gut mit ihrer Tochter versteht.

Am liebsten wäre die Tag und Nacht bei ihrer Mutter. Doch das ist beruflich nicht möglich, was die Mutter aber versteht. Dass sich Mutter und Tochter so nahe sind, ist keineswegs selbstverständlich, sagt Antje Halbig: „Oft gibt es am Lebensende ungelöste Konflikte.“ Damit, noch mehr aber mit der Hilflosigkeit von Angehörigen, haben es die Pflegekräfte von St. Franziskus ebenfalls zu tun.

Viele Angehörige wollen etwas tun. Und wissen nicht, was sinnvoll ist. Für sie entwickelte die Sozialstation den Leitfaden „Ich lass dich nicht allein!“ Der enthält so einfache Tipps, wie, ruhig am Bett zu sitzen und die Hand zu streicheln.
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