Abheben ohne Flugangst: Sicher und entspannt über den Wolken

Damit über den Wolken nur die Freiheit grenzenlos ist und nicht die Übelkeit, gibt es hier ein paar gute Tipps. (Foto: ERGO Versicherungsgruppe)
Bei vielen Menschen kommt ein flaues Gefühl auf, wenn sie in ein Flugzeug steigen: Umfragen zufolge geht fast jeder Vierte mit Angst oder Unbehagen an Bord.

Glücklicherweise gibt es über den Wolken nur sehr selten wirklich Anlass zur Sorge, denn Fliegen ist heute sicherer als je zuvor. Und Reisende können selbst viel für ihr eigenes Wohlbefinden während des Fluges tun. Tipps für eine entspannte und sichere Flugreise hat Birgit Dreyer, Reiseexpertin bei der ERV (Europäische Reiseversicherung).

Entspannt vor dem Abflug
Je entspannter Flugreisende sind, desto besser können sie das Erlebnis Fliegen genießen. Dazu gehört, den Flug möglichst ausgeruht anzutreten und zeitig vor Abflug am Flughafen einzutreffen. Für Passagiere mit Flugangst gilt das besonders: „Denn so bleibt ausreichend Zeit, um sich mit der bevorstehenden Reise und der Atmosphäre am Flughafen vertraut zu machen“, weiß ERV Reiseexpertin Birgit Dreyer.

Druckveränderungen beim Start und später auch bei der Landung sind für die meisten Passagiere zwar unproblematisch. Doch erkältete oder empfindliche Passagiere können die Auswirkungen des sich ändernden Luftdrucks spüren. Deshalb sollten Bonbons oder Kaugummis mit ins Handgepäck. Denn mehrmaliges Schlucken, Bonbon-Lutschen oder Kaugummi-Kauen fördern den Druckausgleich. Auch bewusstes Gähnen ist bei belegten Ohren hilfreich.

Sicherheit an Bord
Für die eigene Sicherheit im Flugzeug können Reisende manches beachten: „Dazu gehört zum Beispiel die Wahl des Sitzplatzes“, erklärt Birgit Dreyer. „Passagiere, die nahe des Notausgangs und am Gang sitzen, gelangen bei einem Notfall schneller nach draußen.“ Sinnvoll ist, sich die Zahl der Sitzreihen bis zum Ausstieg einzuprägen. So finden sich Fluggäste auch dann noch zurecht, wenn ihnen Feuer und Rauch die Sicht nehmen.

uch wer die Sicherheitshinweise beim Start schon oft gehört hat, sollte gut aufpassen, betont die ERV Expertin: „Die Informationen können sich als lebensrettend erweisen. Denn wenn ein Unfall passiert, kommt es auf eine schnelle Reaktion an.“ Und: Wer auf Nummer Sicher gehen will, bleibt die gesamte Flugdauer über angeschnallt! Denn es kann immer zu unerwarteten Turbulenzen kommen.

Wohlfühlen im Flugzeug
Fluggäste können selbst dazu beitragen, die Zeit im Flugzeug angenehm zu gestalten. Gegen den Reisestress helfen zum Beispiel Entspannungsübungen: Techniken wie progressive Muskelentspannung oder Atemübungen können das Wohlbefinden über den Wolken unterstützen. Die Übungen am besten vor dem Start und während des Fluges durchführen. In luftiger Höhe können die Füße leicht anschwellen. Fußgymnastik ist deshalb gut für die Durchblutung. „Stellen Sie dazu Ihre Fersen auf den Boden und ziehen Sie die Fußspitzen so weit wie möglich nach oben. Ziehen Sie dann Ihre Fersen hoch; die Fußballen bleiben dabei auf dem Boden. Wiederholen Sie diesen Vorgang einige Male“, so der Rat der Reiseexpertin der ERV.

Durch die Klimaanlage ist die Luft an Bord oft sehr trocken: Die Luftfeuchtigkeit in der Passagierkabine liegt meist bei unter 25 Prozent. Wichtig ist deshalb, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen – am besten in Form von Wasser. Also möglichst viel trinken. Augentropfen helfen bei gereizten Augen. Die Haut an Händen und Gesicht freut sich jetzt über Feuchtigkeitspflege. Besonders Passagiere mit Flugangst sollten sich während des Fluges ablenken, zum Beispiel mit Musik und Filmen aus dem Bordprogramm, Lesen oder Gesprächen.

Richtig reagieren im Notfall
Bei einer Notlandung kann die sogenannte Brace-Position vor Verletzungen schützen. Sie einzunehmen bedeutet: den Oberkörper nach vorne beugen, so dass der Kopf auf den Knien liegt, die Hände auf dem Hinterkopf ablegen. Und auch, wenn es viel verlangt scheint: Gerade in einer Notsituation sollten Fluggäste in erster Linie versuchen, ruhig zu bleiben, und den Anweisungen des Flugpersonals Folge zu leisten.

Wichtig: Passagiere sollten auf Beruhigungsmittel und zu viel Alkohol verzichten – sonst fehlt ihnen im Ernstfall womöglich das nötige Reaktionsvermögen. Auch die Auswahl der richtigen Reisekleidung kann zur Sicherheit an Bord beitragen. Zu enge Hosen oder Highheels erschweren den Ausstieg über die Notrutsche. Besser geeignet sind deshalb bequeme Textilien mit Bewegungsspielraum sowie feste Schuhe. „Zum Glück sind diese Maßnahmen nur sehr selten nötig“, betont Birgit Dreyer. Denn Flugzeugunglücke sind höchst unwahrscheinlich: Der weltweite Durchschnitt liegt bei 0,6 Unfällen auf eine Million Flüge.
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