Wer „schwarze Perlen“ beschäftigt, spielt mit dem Feuer

Marion K., 35 Jahre, stürzt beim Gardinen aufhängen so unglücklich von der Leiter, dass sie sich einen komplizierten Schulterbruch zuzieht. Sie wird mehrfach operiert und muss zehn Tage im Krankhaus verbringen. Vier Monate lang ist die junge Frau krankgeschrieben. Sie ist nicht in der Lage, ihren eigenen Haushalt zu führen, und kann erst recht nicht als Haushaltshilfe für andere tätig sein. Trotz umfangreicher Therapien verbleiben danach eine Bewegungseinschränkung und damit eine Invalidität von 20 Prozent.

Der Unfall von Marion K. ist im Haushalt von Familie Moormann passiert. Dort half die junge Frau wöchentlich sechs Stunden bei der Hausarbeit, für zehn Euro die Stunde. Peter Moormann ist heilfroh, dass er seine Haushaltshilfe bei der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB) angemeldet hat. Sie übernimmt die Kosten für die ärztliche Behandlung und die Therapien sowie für eine Haushaltshilfe in ihrer Wohnung. Als Ersatz für das entgangene Arbeitsentgelt erhält die Verunglückte Verletztengeld, später dann eine Rente. Peter Moormann ist beruhigt, dass Marion K. gut versorgt ist. Und dass alle Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld gegen ihn ausgeschlossen sind.

So wie Marion K. sind alle in Privathaushalten beschäftigten Personen – Haushaltshilfen, Babysitter, Putzkräfte, Gartenhilfen oder Pflegepersonen - nach dem Siebten Buch des Sozialgesetzbuches unabhängig vom Alter und der Höhe des Einkommens gesetzlich unfallversichert. Der Versicherungsschutz umfasst alle hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Putzen, Kochen, Waschen, alle damit zusammenhängenden Wege wie Einkäufe und die direkten Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

Der Arbeitgeber, also der Haushaltsführende, ist verpflichtet, seine fleißigen Helfer anzumelden. Und: Er allein trägt die Kosten für den Rundumschutz. Das Anmeldeverfahren und die Versicherungsbeiträge sind abhängig vom Verdienst der Haushaltshilfe.

Die beiden Anmeldeverfahren
1. Geringfügig Beschäftigte (Minijobber) mit einem Arbeitsentgelt von regelmäßig bis zu 450 Euro im Monat müssen im Haushaltsscheckverfahren bei der Minijob-Zentrale in Essen angemeldet werden. Diese informiert die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) als zuständigen Versicherungsträger, zieht die Versicherungsbeiträge (1,6 Prozent des Entgeltes) zusammen mit den übrigen Abgaben zweimal im Jahr ein und leitet sie an die Unfallversicherung weiter.

2. Alle anderen im Haushalt Beschäftigen muss der Arbeitgeber innerhalb einer Woche per Brief oder Fax direkt bei der KUVB anmelden. Die Beiträge werden direkt an die KUVB gezahlt. Sie betragen in Bayern pauschal 70 Euro im Kalenderjahr. Für Beschäftigte, die bis zu als 10 Stunden pro Woche tätig sind oder deren Beschäftigung während des Kalenderjahres zusammenhängend sechs Monate nicht überschritten hat, wird der Beitrag auf 35 Euro ermäßigt.

Weitere Info: Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn See, Tel. (0355) 2902-70799, www.minijob-zentrale.de
Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB), Tel (089) 36 09 3-4 32, www.kuvb.de
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