Altersheim hat ausgedient: Marie-Juchacz-Haus wird abgerissen

Irgendwann kommt jedes Haus in die Jahre. (Foto: Foto AWO)
Dass das Altenheim früherer Jahre ausgedient hat, hat man im Marie-Juchacz-Haus der Arbeiterwohlfahrt (AWO) schon in den letzten Jahren erkannt. Stets haben sich die Verantwortlichen dort bemüht, das Haus den jeweiligen Bedürfnissen der Bewohner anzupassen, unter dem Schlagwort „Mehr als Pflege“. Doch irgendwann kommt jedes Haus in die Jahre, lassen sich erforderliche Standards im Altbau nur noch mit erheblichem Mehraufwand schaffen.

AWO baut in der Zellerau neu
Die Konsequenz neuer gesetzlicher Vorgaben ist der nun beschlossene Abriss und Neubau des AWO-Hauses in der Zellerau im Herbst 2015. Im Einzelnen entsprechen die Zimmergrößen nicht mehr den ab 2016 geltenden Standards, es gibt zu wenig Aufenthaltsräume und auch die Licht- und Belüftungssituation müsste an die neuen Anforderungen angepasst werden.

Daher hat die Leitung des Hauses, gemeinsam mit dem AWO-Bezirksverband, ein Konzept erarbeitet, die durch den Abriss nötige gravierende Veränderung für die jetzigen Bewohner so verträglich wie möglich zu gestalten. Gemeinsam hat man sichergestellt, dass alle in den Würzburger AWO-Einrichtungen untergebracht werden können. Die Bewohner, die mit den Mitarbeitern bereits im Januar über die Planungen informiert wurden, haben bis zum Ende des Sommers Zeit, sich zu überlegen, wohin sie während der Bauzeit (Herbst 2015 bis Frühjahr 2017) umziehen möchten.

Zur Wahl stehen drei Möglichkeiten: das AWO Sozialzentrum in Heidingsfeld, das Hans-Sponsel-Haus in der Lindleinsmühle sowie der Neubau am Hans-Sponsel-Haus. Die Kapazitäten der ersten beiden reichen aus, um den Bedarf zu decken. Finanziell kommt lediglich der Umzug in den Neubau die Bewohner teurer als die Unterbringung bisher. Variante eins ist sogar günstiger, im Sozialzentrum ist die Höhe der Tagessätze gleich.

Im Neubau, so erläutert Bereichsleiterin Ulrike Hahn, werde das sogenannte Wohngruppenkonzept umgesetzt: „In den bewusst klein gehaltenen Wohngruppen, in denen zwölf Bewohner in ihren Einzelzimmern leben, verbringen die Menschen ihren Alltag wie zu Hause. Es wird zusammen gekocht, gewaschen, gefeiert und Normalität soweit möglich schon durch bauliche Maßnahmen hergestellt.“ Insgesamt sind im Neubau acht solcher Wohngruppen geplant. Zu diesen gehört zudem ein Garten für Menschen mit dementiellen Erkrankungen.

Das ganze Spektrum der Versorgung
Das Altenhilfezentrum wird durch eine angeschlossene Tagespflege, den Ambulanten Pflegedienst, Kurzzeitpflegeplätze und 20 Appartements im Betreuten Wohnen komplettiert. „Wir bieten damit das ganze Spektrum der Versorgung der Senioren an einem Standort ab“ freut sich Martin Ulses, Geschäftsführer des AWO Bezirksverbandes. Er betont auch, dass die bestehenden Arbeitsplätze nicht nur erhalten werden, sondern sogar zusätzlich neue entstehen. Mitte Februar stellte die AWO das Projekt in der Stadtbildkommission vor.

Einrichtungsleiter Raimund Binder freut sich, dass im Marie-Juchacz-Haus ein zukunftsweisendes Konzept umgesetzt wird. „Unser Motto ,Mehr als Pflege‘ wird dann auch durch die baulichen Gegebenheiten gänzlich zum Ausdruck gebracht. Insofern freuen sich die Mitarbeiter auf den Neubau“, so Binder.
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