„Würzburger Partnerkaffee“ - "großartiges Zeichen der Ermutigung"

Im Bistum Mbinga wird das 25. Jubiläum der Partnerschaft zwischen den Diözesen Würzburg und Mbinga am 27. Juli gefeiert. Bei dem Fest wird es - wie schon bei früheren Feiern - auch Tänze und Vorführungen geben. Das Bild zeigt die Freude der Menschen in Nkile am Njassasee beim Besuch von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann im Jahr 2012. (Foto: Foto Bernhard Schweßinger (POW))
Würzburg/Mbinga Die Partnerschaft zwischen den Diözesen Würzburg und Mbinga in Tansania begeht ihr 25-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird am Sonntag, 13. Juli in Würzburg zum Abschluss der Kiliani-Wallfahrtswoche beim internationalen Familiengottesdienst im Kiliansdom gefeiert (10.30 Uhr). Gast aus Mbinga ist Bischof em. Dr. Emmanuel Mapunda, der erste Bischof der jungen Diözese. Am 27. Juli steht dann die Feier in Mbinga an. „Eine kleine Pflanze ist in einem Vierteljahrhundert zu einem Baum mit vielen Früchten gewachsen“, beschreibt Bischof Dr. Friedhelm Hofmann die Entwicklung der deutsch-tansanischen Freundschaft.

Seit Beginn der Partnerschaft begleitet Afrikareferent Klaus Veeh von der Würzburger Diözesanstelle Mission-Entwicklung-Frieden die Kontakte und Projekte zwischen den beiden Bistümern. Mehr als 30 Besuche führten ihn nach Tansania. In folgendem primaSonntag- Interview blickt er anlässlich des 25. Jubiläums auf die Partnerschaft zurück.

PrimaSonntag: Herr Veeh, Sie haben die Partnerschaft der Diözesen Würzburg und Mbinga von Anfang an begleitet. Wie haben Sie den Start der Partnerschaft erlebt?
Klaus Veeh: Ich erinnere mich noch sehr gut an diesen Weltmissionssonntag am 29. Oktober 1989. Am Abschlussfest zum Triduum des Martyriums der Frankenapostel und dessen 1300-jährigen Gedenkens unterschrieben die beiden Bischöfe Dr. Paul-Werner Scheele und Dr. Emmanuel Mapunda in der damaligen Carl-Diem-Halle, heute S. Oliver-Arena, die Partnerschaftsurkunde zwischen den beiden Diözesen. Gleich danach durfte ich dann Bischof Mapunda sechs Wochen lang durch unsere Diözese begleiten und bekam so einen sehr persönlichen Bezug zum damaligen noch sehr jungen Bischof aus Mbinga.

Frage: Es sind viele Projekte zum Aufbau der jungen afrikanischen Diözese entstanden. Welches Projekt beeindruckt Sie am meisten und warum?
Veeh: Begonnen wurde die Projektzusammenarbeit besonders im Bereich schulischer Bildung. Die Projekte im Bereich der verbandlichen Zusammenarbeit, wie zum Beispiel die Mikrokreditvergabe in der Frauen- oder Jugendarbeit, sind großartige Hilfen, die bis zum heutigen Tag durchtragen, aber auch Entwicklungsprojekte im landwirtschaftlichen Bereich – wie Biogas, Kuhprojekt, Beratungsangebote für Kleinbauern und vieles mehr – sind wichtig in der Alltagsarbeit! Besonders möchte ich die persönlichen Begegnungen hervorheben, die für mich am Anfang der Partnerschaft standen. Hier kamen strukturelle und persönliche Fortentwicklung für alle in der Partnerschaft tätigen Personen besonders gut voran. Eigentlich ist das Beste, dass wir im Bereich der Projektzusammenarbeit die persönlichen Kontakte untereinander in den Vordergrund gestellt haben – das freut mich am meisten!

Frage: Der „Würzburger Partnerkaffee“ ….
Veeh: ….ist ein großartiges Zeichen der Ermutigung. Die Kleinbauern vor Ort merken hier, dass im globalen Handel mehr möglich ist als die Ausbeutung durch Billigeinkäufer. Über einen Solidarbeitrag erhalten die Kaffeebauern Hilfen, um für ihre Genossenschaft und ihre Familien etwas zu erreichen: beispielsweise die Errichtung einer Krankenversicherung für die Mitglieder der Genossenschaft. Damit haben sie die Möglichkeit, in den diözesanen Gesundheitseinrichtungen behandelt zu werden. Der Partnerkaffee trägt darüber hinaus zur Bewusstseinsbildung in Deutschland bei und informiert über das Leben der Kleinbauern.

Frage: Stichwort Gesundheitseinrichtungen
Veeh: Im Gesundheitswesen gibt es seit Jahren Fortschritte im diözesanen Krankenhaus Litembo sowie im Ausbau der Krankenstationen vor Ort. Mit 320 registrierten Betten ist Litembo das größte Hospital in der Partnerdiözese. Sein Einzugsgebiet umfasst rund 400.000 Menschen, zirka 200.000 werden pro Jahr stationär oder ambulant behandelt. Über 1000 Kinder kommen in Litembo jährlich zur Welt. Derzeit ist dort der Bau einer Labor- und Krankenpflegeschule in Gange. Die Mutter-Kind-Station konnte mit Hilfe des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ und der Diözese Würzburg im vergangenen Jahr erneuert werden.

Frage: Die Partnerschaftsurkunde wurde von zwei Bischöfen unterzeichnet. Was hat sich bis heute auf den darunter liegenden Ebenen entwickelt?
Veeh: Für mich ist das eine kleine Erfolgsgeschichte: Aus den anfänglich auf Bischofsebene geschlossenen Kontakten hat sich mittlerweile eine breite Basis von vielen Gruppen, Verbänden, Pfarreien und anderen Institutionen entwickelt – das freut mich ganz besonders. Auch die Zusammenarbeit von Gesundheitsorganisationen, wie dem Missionsärztlichen Institut bei uns mit den Gesundheitseinrichtungen vor Ort in Mbinga, ist ein sich stetig erweiternder Bereich. Die Pfarrei- und Schulpartnerschaften bekommen gerade heuer im Jubiläumsjahr einen besonderen Schub durch die gegenseitigen Besuche. POW/ser
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