Würzburger Klinik lehnt „Bußgeld“ ab

Foto Gerd Altmann, pixelio.de

Jugendliche Komasäufer: Sollen Eltern zahlen?

Der Vorschlag des CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn erregte Aufsehen. Der Politiker forderte: „Eltern von jugendlichen Komasäufern sollen sich an den Krankenhauskosten beteiligen.“ Schließlich hätten sie ihre Aufsichtspflicht verletzt. Ist das ein geeigneter Weg, Alkoholexzesse unter Jugendlichen in den Griff zu bekommen? Die Missionsärztliche Klinik Würzburg bezweifelt das.
Grundsätzlich steht außer Zweifel, dass jedem die nötige ärztliche Hilfe zuteil wird, so eine Mitteilung der Klinik. Dies gelte natürlich auch für Jugendliche, die aufgrund einer Alkoholvergiftung in der Notaufnahme behandelt werden müssen.
Den Vorschlag des Gesundheitsexperten, die Eltern dieser Jugendlichen an den Krankenhauskosten zu beteiligen, hält die Klinik für wenig sinnvoll: „Ob das Problem des sogenannten Komasaufens mit dieser Maßnahme gemindert werden kann, ist stark zu bezweifeln.“
Werden betrunkene Jugendliche in die Notaufnahme der Missio Kinderklinik eingeliefert, beziehen die behandelten Ärzte und das Pflegepersonal die Eltern der Jugendlichen mit ein. Die Eltern werden über die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum aufgeklärt. Die Missionsärztliche Klinik kooperiert hier bereits mit dem Projekt HaLT (Hart am Limit trinken), das Workshops und Gruppen zum Thema Suchtprävention anbietet. Üblicherweise bleiben die Jugendlichen zwei Nächte im Krankenhaus und werden dort bereits zu einem Gespräch mit dem Projekt eingeladen.
Dem Phänomen Komasaufen sei generell nur über verstärkte Präventionsarbeit und Beratung in Schulen, Betrieben und familiären Umfeld beizukommen, heißt es weiter. Ein „Bußgeld“ in Form einer Kostenbeteiligung helfe da nicht weiter.
Bild: www.pixelio.de
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