Wünsche aus aller Welt: Weihnachtspostamt in Himmelstadt eröffnet am ersten Advent

Rund um die Uhr können die Briefe ans Christkind in den historischen Briefkasten am Rathaus eingeworfen werden. Damit der Antwortbrief noch rechtzeitig zum Fest ankommt, sollte die Post bis spätestens zum 17. Dezember eingegangen sein. (Foto: Sarah Jehle, pow)
Himmelstadt: Weihnachtspostamt |

Am ersten Adventssonntag, 30. November, wird bereits zum 29. Mal das Weihnachtspostamt in Himmelstadt eröffnet. Bis zum 17. Dezember können Briefe ans Christkind dorthin geschickt werden. Jeder einzelne Brief wird dann von einem der bis zu 40 Helfer beantwortet. Vergangenes Jahr gingen über 80.000 Briefe aus 113 Ländern an das Christkind ein

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Jedes Kind erhält einen Antwortbrief, dem Rosemarie Schotte, seit 1994 ehrenamtliche Leiterin des Weihnachtspostamtes, jedes Jahr eine kleine Weihnachtsgeschichte beilegt. Der Name des jeweiligen Kindes wird dann von Hand dazugeschrieben. Je nach Anliegen kommen noch ein paar persönliche Sätze der Helfer hinzu. Briefe, in denen die Kinder von Problemen zu Hause, von Todesfällen oder Krankheiten berichten, beantworten Schotte und ein Helfer dann ganz persönlich. Für Briefe aus dem Ausland sind Übersetzer am Werk.

Einziges Weihnachtspostamt in Bayern
Das Himmelstädter Weihnachtspostamt ist eines von sieben in Deutschland, aber das einzige in Bayern. „Wir sind auch das einzige Weihnachtspostamt, das seinen Briefen diese persönliche Note gibt“, erzählt Schotte.

Die Inhalte der Briefe bringen die Helfer mal zum Schmunzeln, mal rühren sie zu Tränen oder regen zum Nachdenken an. „Die einen wünschen sich eine neue Spielkonsole oder das coole neue Fahrrad“, erzählt Schotte. Ein neunjähriges Mädchen bittet das Christkind, dass niemand aus seiner Heimat fliehen muss, denn jeder Mensch sollte ein Zuhause haben. „Gib dem Opa ein Kuss von mir, ok? Ist er dort oben eigentlich barfuß oder hat er Schuhe an?“, lautet eine Frage eines kleinen Jungen. Viele Kinder erkundigten sich nach verstorbenen Angehörigen oder seien einfach nur neugierig, wie es denn im Himmel so ist. Andere geben dem Christkind noch ganz praktische Tipps auf den Weg. „Zieh dich warm an, wenn du zu mir herunterkommst, bei mir ist es schon ziemlich kalt.“

Wie das Weihnachtspostamt entstanden ist, weiß dort niemand mehr so ganz genau. Ein Brief, der an das Christkind adressiert war, soll einst in Himmelstadt gelandet sein. Der damalige Posthalter beantwortete den Brief. Bald darauf gelangten immer mehr Briefe in die kleine Stadt mit dem himmlischen Namen. Das Weihnachtspostamt ist inzwischen auf jeden Fall eine Mammutaufgabe: Schotte investiert über 600 Stunden im Jahr ehrenamtlich in das Projekt, ihr Mann kommt auf über 400 Stunden.

„Ohne die vielen freiwilligen Helfer wäre das natürlich nicht zu stemmen“, sagt Schotte. Die Deutsche Post kommt für alle Kosten auf. Das reicht von den Briefmarken, die eigens für die Weihnachtspost herausgegeben werden, über die Briefumschläge, den Weihnachtsstempel, Stifte und Ausdrucke bis hin zur Dekoration für das Weihnachtspostamt.

Reinschnuppern beim Christkind
Am ersten und dritten Adventswochenende laden die Verantwortlichen zum Reinschnuppern ein. Dann können Kinder und Erwachsene hinter die Kulissen schauen und sich von der weihnachtlichen Atmosphäre anstecken lassen, wenn richtige Engelchen die Briefe ans Christkind entgegennehmen und die Besucher mit Süßigkeiten beschenken. Aber auch unter der Woche stehen die Türen zum Schreibbüro vom Christkind zu bestimmten Uhrzeiten offen.
Für Schotte ist es besonders schön, wenn nach Weihnachten der ein oder andere Dankesbrief an das Christkind zurückkommt. „Dann weiß ich, dass ich mit meiner Arbeit den Kindern eine Freude mache.“

Die Briefe schicken die Kinder an die Adresse: An das Christkind, Kirchplatz 3, 97267 Himmelstadt. Wichtig ist, dass der Absender gut zu lesen ist. Briefe ohne Absender kann selbst das Christkind nicht beantworten. Weitere Info zum Weihnachtspostamt in Himmelstadt: www.post-ans-christkind.de (pow)
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