„Wir müssen alle anpacken“: OB-Kandidat Wolfgang Baumann (ZfW) möchte „den Stillstand in Würzburg überwinden“

Wolfgang Baumann, Oberbürgermeisterkandidat der überparteilichen Wählergemeinschaft ZfW.

Mit 64 Jahren hat sich Wolfgang Baumann entschlossen, in die Politik zu gehen und sich um das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Würzburg zu bewerben. Die von ihm gegründete „Überparteiliche Wählergemeinschaft Zukunft für Würzburg“ ist für ihn Programm und Auftrag: Nach 35 Jahren Kommunalberatung für Kommunen, darunter für hessische und bayerische Großstädte, will der Fachanwalt für Verwaltungsrecht sein Wissen und seine Erfahrung in den Dienst der Stadt stellen.

PrimaSonntag: Mit 64 Jahren denken viele an den Ruhestand – Sie wollen OB werden. Was hat Sie veranlasst, jetzt noch einmal in die Politik zu gehen?
Wolfgang Baumann: Ich komme aus einer politischen Familie. Mein Vater war viele Jahre Landtagsabgeordneter, und auch ich habe als Rechtsanwalt sehr viel mit Landespolitik, aber auch mit kommunalen Fragen zu tun gehabt. Auf dem höchsten Stand meines fachlichen Wissens und meiner Erfahrung möchte ich als Oberbürgermeister mein ganzes Engagement für die Stadt aufbringen, in der ich seit über 45 Jahren glücklich lebe.

Ihr Slogan ist „Genug versäumt… Jetzt wird aufgeräumt!“ Ist das nicht etwas dick aufgetragen?
Nein. Die Würzburger mussten in den letzten Jahren mit ansehen, wie die Kommunalpolitik in dieser Stadt zu einer Vielzahl von Brennpunkten geführt hat. Die Zahl der Versäumnisse ist groß: die verschleppte Bahnhofssanierung, das Hin und Her um das Mozartareal und die Theatersanierung. Täglich ereilen uns Meldungen über marode Bauwerke wie die einsturzgefährdete Hafenmauer oder die Mehrfachturnhalle in Oberdürrbach. Erst ein Ammoniakunfall an der Eisbahn hat die Verantwortlichen der Stadt tätig werden lassen. Die Beispiele ließen sich vielzählig fortsetzen.

Wie wollen Sie das alles ändern?
Bei so vielen Projekthalden und dem extremen Handlungsstau wäre es unrealistisch zu glauben, sämtliche Dinge in den ersten Monaten in Gang bringen zu können. Es gibt aber viele Dinge, die vom ersten Tage an von mir als Oberbürgermeister in Angriff genommen würden. So muss die Verwaltung für die Zukunft fit gemacht werden. Die Stadt braucht ein Leitbild, das mit den Mitarbeitern im Rathaus und mit den Bürgern zusammen zu entwickeln ist. An erster Stelle steht die zentrale Aufgabe der Verwaltung, Dienstleister für den Bürger zu sein. Das müssen die Bürger auch schnell spüren, denn nur so kann Vertrauen zurückgewonnen werden, das über Jahre verspielt wurde. Dabei kann man sicher an einigen guten Beispielen der jüngsten Vergangenheit anknüpfen…

Wie wollen Sie verhindern, dass auch Sie kurz nach Ihrem Amtsantritt von Katastrophenmeldungen über einsturzbedrohte Brücken und baufälligen Gebäuden eingeholt werden?
Ich werde ein Task-Force einrichten, die eine Bestandsaufnahme in den ersten 100 Tagen machen wird, welche Maßnahmen zuerst zu ergreifen sind. Schon jetzt liegen Gutachten vor, etwa über die Eisenbahnüberquerung Rottendorfer Straße und Dokumentationen über die notwendigen Schulsanierungen. Was die zuständigen städtischen Referenten in den letzten Jahren nicht angestoßen haben, muss eben jetzt in großer Geschwindigkeit in die Wege geleitet werden. Vieles, was in den 50-iger Jahren errichtet wurde, muss zügig erneuert werden. Zum Teil wird man aber auch einen langen Atem benötigen, wenn ich an die Theatersanierung, die Lösung der Probleme am Bahnhof und die Schwimmbäder denke. Hier sollte man realistisch bleiben und auch erst die finanziellen Möglichkeiten der Stadt sowie der Zuschussträger rechtzeitig ausloten.

Sie haben bisher für den Würzburg-Tunnel gekämpft. Erwarten Sie sich vom anstehenden Bürgerentscheid Impulse als OB?
Als Mitinitiator des Bürgerbegehrens Würzburg-Tunnel weiß ich natürlich, welche Bedeutung der Bürgerentscheid hat. Wenn anderen die Fantasie fehlt, den Inhalt des Bürgerbegehrens zu verstehen, ist das ihr Problem. Ich weiß, dass ich als Oberbürgermeister durch den Bürgerentscheid dazu angehalten bin, die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses zu betreiben, auf dem die Trogtrasse basiert. Dass die Stadt 2,9 Millionen Euro an den Bund verschenkt hat, obgleich sie für die Finanzierung gar nicht zuständig ist, wird ein weiteres Thema sein, das gegebenenfalls gerichtlich geklärt werden müsste.

Sie sind spät in den Wahlkampf eingetreten - glauben Sie, noch etwas bewegen zu können?
Ich rechne mir eine gute Chance aus, in die Stichwahl zu kommen. Derzeit ist der Zuspruch bei unseren Veranstaltungen groß, und ich setze auf die Bürgerinnen und Bürger, die erkennen, welcher der Kandidaten in der Lage ist, fachlich und aufgrund seiner Persönlichkeit für Würzburgs Zukunft etwas zu bewegen.
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