Wer schützt uns vor dem Lärm?

„Lärmbrennpunkt Kantstraße – Stadtring Süd mit Stadtring Nord“: Jetzt werden Ideen gesammelt, wie den Menschen, die hier leben, geholfen werden kann.
Würzburg Das Bundes-Immissionschutzgesetz fordert die Kommunen auf, Lärmaktionspläne aufzustellen, mit denen “Lärmbelastungen vermindert und ruhige Gebiete gegen eine Zunahme des Lärms“ geschützt werden sollen. Die Öffentlichkeit soll an der Ausarbeitung der Pläne „rechtzeitig und effektiv“ beteiligt sein. Am kommenden Dienstag befasst sich der Umwelt- und Planungsausschuss mit einem „Zwischenbericht zum Lärmaktionsplanung und zum weiteren Vorgehen“. Als Lärmbrennpunkte im Stadtgebiet wurden zunächst zwei Bereiche festgelegt, zu denen nun „vertiefende Detailuntersuchungen“ durchgeführt werden sollen. Es handelt sich dabei um einen „Lärmbrennpunkt Kantstraße – Stadtring Süd mit Stadtring Nord“ und um einen im Bereich „Virchowstraße - Weingartenstraße“ in der Sanderau.

Die Grundlage der Aktion ist ein entsprechender Beschluss des Stadtrats vom 17. Oktober 2013. Dem Gesetz nach gibt es in diesem Zusammenhang weder eine „eigenständige Rechtsgrundlage noch weitere Vorgaben“. Die Umsetzung von irgendwelchen Planungen müsse, wie es in der Beschlussvorlage für die Sitzung heißt, „separat über das jeweilige Fachreferat (im Rathaus) veranlasst werden“, wohl auch bezahlt. Als Schallschutzmaßnahmen in Bezug auf den Verkehrslärm als „dem lokalen Hauptverursacher“ gelten „verkehrslenkende Maßnahmen“, „Verkehrsorganisation und Straßenraumgestaltung“ sowie Verkehrsverlagerungen. Den Lärmaktionsplan bearbeitet eine Bietergemeinschaft aus LK Argus (Berlin) und Wölfel Beratende Ingenieure (Würzburg), die nun, wenn der Ausschuss die Entwicklung positiv sieht, stadtweit erkunden soll, wie lärmmindernde Fahrbahnbeläge und Geschwindigkeitsbegrenzungen sich auf den Verkehrslärm auswirken (Kosten: rund 134.000 Euro).

Zwölf Lärmbrennpunkte im Stadtgebiet ermittelt
Im Stadtgebiet wurden zwölf Lärmbrennpunkte ermittelt, im Einzelnen: Augustiner-, Sander- und Sanderglacisstraße; Frankfurter Straße und Wörthstraße; Grombühlstraße; Hauger-, Röntgenring und Kaiserstraße; Juliuspromenade, Gerberstraße und Dominikanerplatz; Kantstraße; Ludwigstraße; Rottendorfer Straße; Schweinfurter Straße; Veitshöchheimer Straße; Virchow- und Weingartenstraße; Zeller Straße. Ausschlaggebend für die beiden zunächst ausgewählten Lärmbrennpunkte sei die „Beurteilung nach Lärmpegel und Betroffenenzahlen auch die planerischen Spielräume, die die Gegebenheiten an den Brennpunkten erlauben sowie die Repräsentativität“. Um den Auftrag für das Bietergemeinschaft„entsprechend zu konkretisieren, muss die Festlegung der Brennpunkte für die vertiefende Untersuchung bis Ende Januar 2015 erfolgen“. Die Zeit drängt also.

"Ruhige Gebiete" sollen vor Lärm geschützt werden
Beim vorbeugenden Schutz „ruhiger Gebiete“ geht es weniger um eine Verminderung der Lärmbelastung sondern vielmehr um die Vermeidung der Lärmzunahme. Im weiteren Verfahren werde, so heißt es in der Beschlussvorlage, die „Verwaltung gemeinsam mit den Planern und unter Einbeziehung der Würzburger Bevölkerung Bereiche für die Ausweisung als ruhige Gebiete vorschlagen“. Über „verschiedene Medien“ will die Stadt „möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in die Erarbeitung der Lärmaktionspläne einbinden.

Bürgerbeteiligung im Internet und mit Lärmspaziergängen
Dazu soll zunächst ein „Lärmforum“ am 3. März dienen und der Start einer „Onlineplattform wuerzburg-gegen-lärm.de“ für alle Internetfans. Vier Wochen können sich die Würzburger auf der Plattform austoben. Letztlich sollen im Laufe der Planungen im Sommer unter anderem „mehrere Lärmspaziergänge“ stattfinden. Im Herbst/Winter gibt es ein 2. Lärmforum und weitere Informationen über Planungsfortschritte. Das ganze soll im Frühjahr 2016 mit einer Vorstellung des Abschlussberichts auslaufen, wonach der Lärmaktionsplan im Stadtrat beschlossen werden müsste. Letztlich wird der EU gemeldet, dass es in Würzburg einen Lärmaktionsplan gibt. ser
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