Wenn Nachrichten für Alpträume sorgen

TV-Nachrichtensendungen über Kriege oder Terroranschläge können kleine Zuschauer schwer belasten. Damit das nicht passiert, sollten Kinder unter zehn Jahren nur zusammen mit ihren Eltern fernsehen - am besten kindgerechte Nachrichtenformate. (Foto: SCHAU HIN!)
Der Terroranschlag auf die Satirezeitung Charlie Hebdo in Paris, die Verfolgungsjagd und die Geiselnahme bestimmen die Nachrichten. Diese Bilder sind für Kinder belastend. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ rät Eltern, gerade Kindern unter zehn Jahren altersgerechte Formate anzubieten, diese gemeinsam zu nutzen und sie über die Ereignisse aufzuklären.

Die Berichte über die brutalen Morde können Kinder verstören. „SCHAU HIN!“, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt Eltern, ihre Kinder mit dem Geschehen nicht alleine zu lassen. Besonders kleine Kinder sind noch nicht in der Lage, Nachrichten für Erwachsene zu verstehen, einzuordnen und zu verarbeiten. Als Orientierung gilt, dass diese für Kinder unter zehn Jahren ungeeignet sind. „Eltern sollten die Berichterstattung in jedem Falle zusammen mit ihren Kindern schauen und auf altersgerechte Formate achten. Wenn sie mit ihnen über die Ereignisse sprechen, lernen Kinder besser, sie einzuschätzen und damit umzugehen“, meint „SCHAU HIN!“-Mediencoach Kristin Langer.

Eltern können ihre Kinder auch dazu anregen, ihre Gefühle in einem Bild oder einer Geschichte auszudrücken. Ältere Kinder können sich durch geeignete Sendungen oder Webseiten über die Hintergründe sowie die Solidaritätsbekundungen, vor allem in sozialen Netzwerken, informieren.

Altersgerechte Medienangebote
Die Sorge über weitere Attentate in Europa und in Deutschland beschäftigen viele Kinder, zumal sich der Anschlag in einem Nachbarland ereignet hat. Zudem können Kinder muslimischen Glaubens Angst vor pauschalen Verurteilungen und Anfeindungen haben. Eltern können ihren Kindern helfen, diese Ängste durch einfühlsame Gespräche und altersgerechte Medienangebote einzuordnen.

Kindgerechte Erklärungen bieten Kindernachrichten wie „logo!“ (www.tivi.de), „neuneinhalb“ (www.neuneinhalb.wdr.de), „Kindernetz“ (www.kindernetz.de), „Sowieso“ (www.sowieso.de), der Kinderradiokanal (www.kiraka.de) oder Informationsseiten wie www.hanisauland.de. Eltern und Kinder können auch Beratungsangebote wie www.nummergegenkummer.de nutzen.

Medienratgeber für Familien
„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundes-ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.
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