Weit über einer Million Frühgeborenen das Leben gerettet

Erhielt den Maternité-Preis in Florenz/Italien: Würzburger Prof. Christian P. Speer neben einem Inkubator. Foto: Uni-Kinderklinik
Würzburg Der Leiter der Kinderklinik und Lehrstuhlinhaber für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Würzburg, Prof. Christian P. Speer, hat von der Europäischen Gesellschaft für Perinatalmedizin den „Maternité Prize 2014“ erhalten. Die international hochrangige Auszeichnung ehrt den Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik vor allem für seine bedeutenden wissenschaftlichen Beiträge in der Früh- und Neugeborenenmedizin. Prof. Speer übernahm den Lehrstuhl für Kinderheilkunde in Würzburg am 1. Mai 1999.

In einer Mitteilung der Pressestelle des Universitätsklinikums heißt es, das die Europäische Gesellschaft für Perinatalmedizin mit dem Maternité Prize alle zwei Jahre die international wohl wichtigste Auszeichnung in der Früh- und Neugeborenenmedizin verleiht. In diesem Jahr ging der mit 5 000 Euro dotierte Preis an den Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik. In seiner Laudatio bei der Preisverleihung in Florenz unterstrich der Präsident der Gesellschaft, Prof. Umberto Simeoni, die weltweite Bedeutung von Speers wissenschaftlichen Leistungen.

Forschungserfolg verhindert akutes Lungenversagen
So arbeitet der heute 61-Jährige seit dem Jahr 1986 an der internationalen klinischen Entwicklung und Optimierung eines Lungenfaktors, des sogenannten Surfactants, mit, der vielen Frühgeborenen bei der Geburt fehle. Ohne diese körpereigene Substanz, die die Lungenbläschen stabilisiert, könne bei den Frühgeborenen ein akutes Lungenversagen eintreten. Mit der Gabe von nur einem Milliliter eines aus Tierlungen gewonnenen Surfactants in die Atemwege des Frühgeborenen könne diese lebensbedrohliche Krankheit wirksam gebannt werden. Laut Prof. Simeoni ist die Surfactanttherapie einer der größten Erfolge in der Neugeborenenmedizin und rettete bislang weltweit weit mehr als einer Million Frühgeborenen das Leben.

Internationale Partner und drei Arbeitsgruppen
Als weiteren wissenschaftlichen Erfolg Prof. Speers mit internationalen Partnern und seiner Arbeitsgruppen in Göttingen, Tübingen und Würzburg, nennt die Preisbegründung das Beschreiben von Entzündungsmechanismen, die bei einigen Frühgeborenen zu einer bleibenden Schädigung der Lungenstruktur und -funktion führen können. „Diese Erkenntnisse lassen hoffen, dass wir in Zukunft neue präventive und therapeutische Ansätze finden, die vielen Hochrisikokindern ein Leben ohne Einschränkungen der Lungenfunktion ermöglichen werden“, sagt Prof. Speer.

Bei der Preisverleihung dankte er seinen internationalen Mitstreitern und seinen Arbeitsgruppen in Göttingen, Tübingen und Würzburg. Einen speziellen Dank richtete er an die Verantwortlichen der Würzburger Universität und des Universitätsklinikum Würzburg (UKW), die ihm ein klinisches und wissenschaftliches Arbeiten in einem hervorragenden Umfeld ermöglichen. Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Christoph Reiners, zeigte sich hocherfreut über die Auszeichnung Prof. Speers: „Wir sind sehr stolz, mit Ihnen als erstem deutschen Maternité-Preisträger einen weltweit so anerkannten Experten in unseren Reihen zu haben.“

Weltweit ein gefragter Referent
Er hat u. a. mehr als 300 wissenschaftliche Arbeiten in internationalen und nationalen Fachzeitschriften publiziert und ist Autor mehrerer Buchkapitel zu akuten und chronischen Lungenerkrankungen Früh- und Neugeborener. Er arbeitet in zahlreichen Herausgebergremien von internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften und wissenschaftlichen Fachgesellschaften bzw. Forschungskommissionen mit. Prof. Speer ist zudem ein gefragter Referent auf zahlreichen Kongressen und Symposien in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und dem Mittleren Osten. Darüber hinaus organisiert er regelmäßig das internationale Symposium „Recent Advances in Neonatal Medicine“, das sich zum größten klinisch-wissenschaftlichen Forum außerhalb der USA entwickelt hat.
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