Weiße Federn und Himbeerbonbons: Am 24. September organisiert die Caritas den nächsten Demenzgottesdienst

Wann? 24.09.2014 14:00 Uhr

Wo? Heiligkreuz, Würzburg DE
Beim persönlichen Segen zum Abschluss des Demenzgottesdienstes durch Pfarrer Werner Vollmuth fließen mitunter Tränen – so berührend ist dies für die durch eine Demenz beeinträchtigten Gottesdienstbesucher. (Foto: Caritas)
Würzburg: Heiligkreuz |

Was hat ein schwarzes Schaf im Gottesdienst verloren? Oder eine Schale mit weißen, flaumigen Federn? Wie kann es bei einem Gottesdienst um süße Himbeerbonbons gehen?

Die Antwort ist einfach: All diese Dinge sind einprägsam, sie sprechen die Sinne der Menschen an. Darum eignen sie sich sehr gut als Elemente für einen Demenzgottesdienst. Solche besonderen Gottesdienste werden seit fünf Jahren von Caritas Würzburg veranstaltet.

Menschen mit Beeinträchtigungen benötigen nicht nur einen barrierefreien Zugang zu Kirchen, Pfarrheimen und Pfarrhäusern. Wer an einer Demenz leidet, und das sind auch in Würzburg immer mehr Menschen, muss viele andere Hürden überwinden. Die Betroffenen verstehen die Welt, in der sie leben, nicht mehr. Doch das, was früher war, ist ihnen ganz nah. Das gilt auch für vertraute und früher gelebte Frömmigkeit. Darauf reagieren die Demenzgottesdienste, die der Kreisverband der Würzburger Caritas in jedem Frühjahr und in jedem Herbst veranstaltet. Mit allen Sinnen dürfen demenziell veränderte Menschen diese Feiern erleben.

Pfarrer Werner Vollmuth, der die Gottesdienste zelebriert, verlässt oft den Altar. Ganz nah kommt er zu den Besuchern. Jeder wird am Ende persönlich gesegnet. „Wie sich Pfarrer Vollmuth in die Gäste einfühlen kann, ist einfach fantastisch“, schwärmt Caritas-Mitarbeiterin Rose Heimberger, von der die Themenideen für die Gottesdienste stammen. Nähe und Gemeinschaft erfahrbar zu machen, ist für sie ein wichtiges Ziel. Diese Nähe wird nicht zuletzt auch durch das gemeinsame Singen bekannter Lieder hergestellt.

Wenn es für den Gottesdienst etwas zu basteln, zu backen oder zu besorgen gibt, übernimmt auch dies Rose Heimberger vom ABZ in der Zellerau. „Gern geben wir den Gästen etwas mit nach Hause“, sagt sie. Das kann eine Postkarte für den Nachttisch sein. Um die 30 Männer und Frauen, die durch Demenz unterschiedlich stark eingeschränkt sind, nehmen an den Messen teil. Sie werden von 15 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Caritas zur Kirche gebracht, erhalten während des Gottesdienstes Assistenz und werden gegen 17 Uhr wieder heimgefahren.

Der nächste Gottesdienst in der Kirche Heiligkreuz in der Zellerau steht vor der Tür: Am 24. September ab 14 Uhr wird er unter dem Thema „Engel“ stehen. Zu den rund 30 Besuchern, die normalerweise an der 30-minütigen Feier teilnehmen, kommen diesmal Gäste vom Würzburger Verein Halma (Hilfe für alte Menschen im Alltag). Dies geschieht aus einem besonderen Anlass: Vor 150 Jahren wurde Alois Alzheimer geboren. Der Verein Halma ist allerdings schon lange Kooperationspartner der Demenzgottesdienste. Im Anschluss an die Feier, nachdem gemeinsam Kaffee getrunken wurde, können sich Angehörige von Halma-Mitarbeitern beraten lassen.

Mehr Info und Anmeldung zum Gottesdienst mit anschließendem gemütlichen Beisammensein und Fachberatung für die Angehörigen: ABZ Heiligkreuz, Tel. (0931) 3 86 59 145.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.