Was tun bei Reaktorkatastrophen? Internationale Experten für Strahlenunfälle trafen sich in Würzburg

Mediziner, Strahlenbiologen, Strahlenphysiker sowie Vertreter von Behörden und Organisationen: Knapp 100 Strahlenunfall-Experten aus aller Welt tagten in Würzburg. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)
Drei Tage lang war Würzburg der Treffpunkt der Weltelite für das organisatorische und medizinische Management von Strahlenunfällen. Gastgeber war die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums.
Bei der internationalen REMPAN-Tagung der Weltgesundheitsorganisation WHO ging es um die medizinischen Vorsorge und Behandlung bei Strahlenunfällen. Aus 26 Ländern aller Kontinente kamen knapp 100 Mediziner, Strahlenbiologen, Strahlenphysiker sowie Vertreter von Behörden und Organisationen an den Main.

Fukushima: Drei Jahre danach
Ein Schwerpunktthema bildete der jetzt drei Jahre zurückliegende Reaktorunfall von Fukushima. Die 16 Mitglieder starke japanische Delegation berichtete über aktuelle Untersuchungsergebnisse und Erkenntnisse zu den Gesundheitsfolgen für Bevölkerung, Ersthelfer und Arbeiter.

Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Prof. Christoph Reiners, fasst die zentralen Botschaften der japanischen Kollegen zusammen: „Derzeit kann festgestellt werden, dass es weder bei den Arbeitern auf der Anlage und den Ersthelfern, noch bei der Bevölkerung zu ernsthaften akuten strahlenbedingten Gesundheitsschäden gekommen ist.“

Bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde im Vergleich zu Fukushima eine etwa zehnfach höhere Radioaktivitätsmenge freigesetzt. Hier kam es mit einer Latenzzeit von vier bis fünf Jahren bei Kindern der betroffenen Bevölkerung zu einem Anstieg von Schilddrüsenkrebs.

„Im Gegensatz zu Tschernobyl wurden in Fukushima rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen, wie die Evakuierung der Bevölkerung und die Kontaminationskontrolle der Nahrung. Daher wird das Risiko für einen Anstieg von Schilddrüsenkrebsfällen bei japanischen Kindern derzeit als äußerst gering eingeschätzt“, berichtet Prof. Reiners.
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