Vom Rhein an den Main: Dr. Franz Jung zum neuen Bischof von Würzburg ernannt

Nach der Bekanntgabe im Speyerer Dom gratulierten zahlreiche Gläubige dem ernannten Würzburger Bischof Dr. Franz Jung (links). (Foto: Klaus Landry)
 
Papst Franziskus hat Dr. Franz Jung (51), Generalvikar des Bistums Speyer, zum neuen Bischof von Würzburg ernannt. Jung wird Nachfolger des emeritierten Bischofs von Würzburg, Dr. Friedhelm Hofmann, der im September 2017 altersbedingt zurückgetreten war.  (Foto: Pressestelle Bistum Speyer)

Papst Franziskus hat Dr. Franz Jung (51), Generalvikar des Bistums Speyer, zum neuen Bischof von Würzburg ernannt. Die Ernennung wurde in Rom, Würzburg und Speyer zeitgleich am vergangenen Freitag um 12 Uhr bekanntgegeben. Im Kiliansdom verkündete Diözesanadministrator Weihbischof Ulrich Boom die Nachricht nach dem Angelus-Gebet. Gleichzeitig informierte er die Partnerbistümer Mbinga in Tansania und Óbidos in Brasilien. Jung wird Nachfolger des emeritierten Bischofs von Würzburg, Dr. Friedhelm Hofmann, der im September 2017 altersbedingt zurückgetreten war.

Franz Jung wurde 1966 geboren und wuchs gemeinsam mit drei Geschwistern in Ludwigshafen am Rhein auf. Die Eltern waren Lehrer und sind der Kirche sehr verbunden. Jung war Priesteramtskandidat am Georgianum in München und am Collegium Germanicum in Rom. Er studierte Philosophie und katholische Theologie in München und an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Das Lizentiat erwarb er am päpstlichen Bibelinstitut. Am 10. Oktober 1992 wurde er vom damaligen Limburger Bischof Dr. Franz Kamphaus in Rom zum Priester geweiht.

Erste Erfahrungen in der praktischen Seelsorge machte Jung als Kaplan in der Pfarrei Sankt Anton in Pirmasens und später in der Dompfarrei in Speyer, wo er zugleich als Sekretär von Bischof Dr. Anton Schlembach tätig war. In der Gemeindearbeit erwies er sich als talentierter Seelsorger, der beachtliche organisatorische Fähigkeiten mitbringt. Jung hat zugleich ein starkes wissenschaftliches Interesse, besonders für die Kirchenväter und die frühe Kirchengeschichte. Im Jahr 2001 promovierte Jung an der theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München beim Würzburger Diözesanpriester Professor Dr. Joachim Gnilka im Fach Neues Testament.

Seit dem Jahr 2003 ist das Bischöfliche Ordinariat in Speyer sein Wirkungsfeld. Zunächst wurde ihm die Leitung der Abteilung Gemeindeseelsorge übertragen, vier Jahre später zusätzlich die Leitung des Referats „Klösterliche Verbände“. Die Organisation der Seligsprechung des Speyerer Priesters und Ordensgründers Paul Josef Nardini (1821-1862) lag im Jahr 2006 in seinen Händen. Es handelte sich dabei nach der Neuregelung des Seligsprechungsverfahrens durch Papst Benedikt XVI. um eine deutschlandweite Premiere. Als Dr. Karl-Heinz Wiesemann vor zehn Jahren Bischof von Speyer wurde, berief er Jung im Januar 2009 zu seinem Generalvikar. Seit dieser Zeit gehört Jung auch dem Speyerer Domkapitel an.

Beerdigung des Altkanzlers
Gemeinsam mit seinem Kanzleidirektor Wolfgang Jochim verantwortete er die Organisation großer Diözesanereignisse wie zum Beispiel des 950. Domweihjubiläums im Jahr 2011 sowie des 200. Jubiläums der Bistumsneugründung und der Beerdigung von Altkanzler Dr. Helmut Kohl im vergangenen Jahr. Die Einführung eines Qualitätsmanagements in den katholischen Kindertagesstätten trägt ebenso seine Handschrift wie die Herausgabe eines bundesweit erhältlichen „Pilger-Magazins“, das christliche Inhalte auf eine frische Weise zur Sprache bringt.

Im Bistum Speyer wird Jung als ein entscheidungsstarker Gestalter mit strategischem Weitblick geschätzt. „Dr. Franz Jung hat sich souverän und mit großem Sachverstand in die nicht leichte Aufgabe des Generalvikars eingebracht“, würdigte Bischof Wiesemann Jungs Wirken anlässlich dessen 25. Priesterjubiläums im Oktober des vergangenen Jahres. Gleichzeitig sei Jung ein tief spiritueller Mensch. „In seiner Person verbinden sich herausragende Begabungen für Theologie, Seelsorge und kirchliche Verwaltung. Sie geben ihm die Fähigkeit, Brücken zu bauen zwischen Menschen, die an unterschiedlichen Wirkungsorten von Kirche tätig sind.“

„Wir freuen uns mit ihm über seine Berufung zum neuen Bischof von Würzburg. Zugleich bedeutet seine Berufung für das Bistum Speyer und auch für mich persönlich einen schmerzlichen Verlust“, erklärte Bischof Wiesemann bei der Bekanntgabe am Freitag im Speyerer Dom. Wiesemann erinnerte an die Verbindungslinien zwischen den Bistümern Speyer und Würzburg, die beide der Metropolie Bamberg angehören und seit Jahren bei der Ausbildung der Priesteramtskandidaten eng zusammenwirken.

Generalvikar Jung war von der Entscheidung des Papstes sichtlich bewegt. „Ich bin noch dabei, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich die Pfalz und mein Heimatbistum Speyer, in dem ich so viele prägende Jahre erlebt habe, bald verlassen soll.“ Die Berufung zum neuen Bischof von Würzburg erlebe er als großen Vertrauensbeweis und sehe darin eine hohe Verantwortung, der er sich gerne stelle.

Der 89. Bischof von Würzburg
Dr. Franz Jung ist der 89. Bischof von Würzburg auf dem Stuhl des heiligen Burkard und der direkte Nachfolger von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, der das Bistum Würzburg von 2004 bis 2017 leitete. Der ernannte Bischof reiht sich ein in die lange Liste von Würzburger Oberhirten, die seit der Gründung des Bistums im Jahr 742 an der Spitze der Kiliansdiözese standen. Dazu gehören beispielsweise die heiligen Bischöfe Bruno und Adalbero, bekannte Fürstbischöfe wie Julius Echter von Mespelbrunn, die Schönbornbrüder oder Franz Ludwig von Erthal sowie Hirten des 20. Jahrhunderts wie Matthias Ehrenfried, der spätere Kardinal Dr. Julius Döpfner, Josef Stangl und Dr. Paul-Werner Scheele. Gründer des Bistums Würzburg ist der heilige Bonifatius. Er setzte den heiligen Burkard als ersten Bischof von Würzburg ein. (pbs/POW)
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