„Vollbremsung ist die schlechteste Variante“

Am 5. Juli stimmen die Würzburger über die Zukunft des Mozartgymnasiums ab.

Handelsverband und „Würzburg macht Spaß“ zum Mozart-Areal

Mozart-Areal und Kardinal-Faulhaber-Platz bleiben auch für den Würzburger Einzelhandel ein Dauerbrenner: „Wir haben mit dem Umbau von Eichhorn- und Spiegelstraße begonnen, ein neues Einkaufsquartier für unsere tolle Innenstadt zu schaffen“, sagt Adolf Wolz jun, Kreisvorsitzender des Handelsverbandes Bayern, in einer Pressemitteilung.

Damit es seine volle Kraft entfalten kann, benötige es aber einen zugkräftigen Abschluss ab Kardinal-Faulhaber-Platz. Der nächste Schritt sei daher entscheidend: „Bei dem Ratsbegehren wird zuallererst darüber entschieden, ob es eine Entwicklung geben kann oder alles so bleiben muss, wie es ist - unabhängig von der konkreten Ausgestaltung. Eine Vollbremsung wäre die schlechteste aller Varianten“, sagt Wolz. Die Bürgerentscheide zum Mozartareal finden am 5. Juli statt.

Nach wie vor habe eine Entwicklung, die sich zurückhaltend in das sensible Gebiet einpassen muss, Sinn: „An unserer Ausrichtung hat sich daher nichts geändert. Entwicklungsoptionen sollten auf jeden Fall ermöglicht werden - ohne uns schon in Details verlieren zu müssen“, sagt auch HBE-Bezirksgeschäftsführer Volker Wedde.

Wolfgang Weier vom Stadtmarketingverein „Würzburg macht Spaß“ ergänzt: „Nur mit einem attraktiven Abschluss der neuen Fußgängerzone mit Flächen für Handel und Gastronomie kann die intendierte Aufwertung des Quartiers erreicht werden. Durch eine Neugestaltung des Mozart-Areals und des Kardinal-Faulhaber-Platzes kann durch den Bau einer Tiefgarage die Parksituation in der Würzburger Innenstadt entspannt, der Parksuchverkehr und damit die Feinstaubbelastung reduziert und zugleich wertvolle Flächen hinter dem Dom einer sinnvolleren Nutzung zugeführt werden.

Die Schaffung von hochwertigem Wohnraum trägt dazu bei, durch den Zuzug von in vielen Branchen dringend benötigten Fachkräften den Wirtschaftsstandort Würzburg zu stärken. Und um weiterhin steigende Touristenzahlen verbuchen zu können, die letztlich ihr Geld im Handel, in der Gastronomie und bei den Dienstleistern ausgeben, ist die Steigerung der vorhandenen Anzahl von Hotelbetten unabdingbar.“

Der Handel habe stets betont, so Wedde, dass bei der genauen Gestaltung die Stadt die Zügel selbstverständlich fest in der Hand behalten muss, um die eigenen Vorgaben und Ziele zu erreichen. Was aber unter dieser Prämisse machbar und sinnvoll ist, sollte derjenige in enger Zusammenarbeit mit der Stadt mitgestalten, der auch das Geld in die Hand nimmt. Dieser könne als Experte am besten beurteilen, welche Zusammensetzung für eine Investition sinnvoll und was nicht umsetzbar erscheint.

„Ebenso sind wir der Überzeugung, dass die Chance der unterirdischen Parkflächen die Flexibilität mit sich bringt, wichtige Verkehrsfragen zur Attraktivitätssteigerung im Innenstadtbereich zu lösen. Denn es sei sogar möglich, Parkflächen zu schaffen, die über den Eigenbedarf des Investors hinausgehen.“ Dies komme allen Interessen entgegen, die sich für die Stärkung der Innenstadt einsetzen, so Wolz.

Schwierigkeiten sieht der Handel bei dem Kompletterhalt mit städtischer Sanierung. Die Fragen der Finanzierung und der gesicherten Nutzung seien noch völlig unklar.
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