„Unterfranken ist kein Helmholtz-freier Regierungsbezirk mehr"

Prof. Dr. Jörg Vogel (Foto: Universität Würzburg)
"Ein Meilenstein in der Entwicklung des Universitätsstandortes Würzburg" (Prof. Matthias Frosch, Dekan der medizinischen Fakultät), - "ein Forschungsfeld, das ein großes Innovationspotenzial für neue Diagnostika und Therapien von Infektionskrankheiten bietet" (Prof: Dirk Heinz, wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz-Instituts, Braunschweig), - "Unterfranken ist fortan kein Helmholtz-freier Regierungsbezirk mehr" (Ilse Aigner, Bayerns Wirtschaftsministerin)": Mit diesen Worten, so die Pressestelle der Universität, reagierten führende Beteiligte jüngst auf die Entscheidung der Helmholtz-Gemeinschaft, ein neues Helmholtz-Institut mit Sitz in Würzburg aufzubauen.

Der Freistaat Bayern unterstützt das Institut in seiner Aufbauphase mit 46 Millionen Euro; weitere 4,9 Millionen Euro kommen aus Bundesmitteln zur Anschaffung spezieller Großgeräte. Gründungsdirektor wird Professor Jörg Vogel, Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) an der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg und Sprecher des Zentrums für Infektionsforschung (ZINF).

Im neuen Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) sollen sogenannte Ribonukleinsäuren (RNA) und deren Rolle in Infektionsprozessen untersucht werden. RNAs werden ein enormes Potenzial als Angriffspunkte für Medikamente und auch als Therapeutika selbst zugesprochen. Neue Technologien sollen dieses Potenzial jetzt erschließen. Professor Dirk Heinz, wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI, lobte die gute Zusammenarbeit mit der Würzburger Universität (JMU) in der Vorbereitungsphase des HIRI.

Professor Alfred Forchel, Präsident der JMU, zeigte sich hocherfreut über diese hochkarätige Erweiterung des außeruniversitären Umfelds. „Das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung ist ein außerordentlich wichtiger Baustein für die Stärkung des außeruniversitären Umfelds der JMU und wird in enger Wechselwirkung mit dem Würzburger ZINF Ausgangspunkt international einmaliger Forschungsarbeiten sein. Die Universität dankt allen tatkräftigen Förderern im Landtag. Ich nenne hier stellvertretend die Landtagspräsidentin Barbara Stamm und die bayerische Staatsregierung für die großartige Anschubfinanzierung, so Forchel.

„Die Bedeutung von RNA-Molekülen in Infektionsprozessen wurde bis vor kurzem unterschätzt. Heute wissen wir, dass RNAs mit vielen Molekülen der Wirtszelle und der Krankheitserreger interagieren. Im Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung wollen wir ab 2017 mit neuesten Technologien diese Interaktionen detailliert untersuchen und so zum Beispiel neue Zielstrukturen für Therapien identifizieren“, sagte Professor Jörg Vogel.

Eingebettet in das Helmholtz-Programm „Infektionsforschung“ sollen am HIRI zunächst vier Forschungsthemen etabliert werden: • RNA-basierte Analyse bakterieller Infektionen, • RNA-basierte Analyse viraler Infektionen, • RNA-basierte Analyse der Immunabwehr und • gezielte Applikation von RNA-Molekülen unter anderem für Therapeutika.

Auch Professor Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg, begrüßt die Zusage für das neue Institut: „Seine Gründung bedeutet einen Meilenstein in der Entwicklung des Universitätsstandortes Würzburg“. Sie sei das Ergebnis einer klaren strategischen Ausrichtung der Medizinischen Fakultät auf dem Gebiet der Infektionsforschung, der Rekrutierung von Professor Jörg Vogel als einem international herausragenden Wissenschaftler und der gezielten Förderung des exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchses. -ser
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