Uni-Kopfklinik: Megaprojekt: 113 Millionen Euro für 1. Bauabschnitt

Das Modell des siegreichen Planungsentwurfs: Drei neue Gebäudeblocks werden gebaut (Mitte). Ganz rechts der erste Block mit den Funktionseinheiten.
Würzburg Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) plant, ab 2017 mit dem Neubau seiner Kopfkliniken an der Josef-Schneider-Straße zu beginnen. Die im Jahr 1973 eröffneten heutigen Kopfkliniken, mittlerweile „nicht mehr zeitgemäß“, würden abgerissen. Um die „beste Lösung für diese unter verschiedenen Aspekten sehr anspruchsvolle Planungsaufgabe“ für den Neubau zu finden, initiierte das Staatliche Bauamt Würzburg im vergangenen Jahr einen Architektenwettbewerb. Die Kosten für einen ersten Bauabschnitt belaufen sich heute auf 113,3 Millionen Euro, ohne Erschließung. Die Inbetriebnahme soll im Jahre 2021 erfolgen.

Sieger eines Architektenwettbewerbs vorgestellt
Unter den nach einem Bewerbungsverfahren ausgewählten 22 Teilnehmern kürte das Preisgericht Ende November 2014 einen ersten und einen zweiten Platz. Jetzt wurden die Sieger des Wettbewerbs vorgestellt: Den mit 130.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt der Entwurf einer Planungsgemeinschaft aus dem Berliner Architekturbüro Hascher Jehle Generalplanungsgesellschaft und der Architekten Monnerjan Kast Walter aus Düsseldorf. Auf Platz zwei kam die Arbeit der Schuster Pechtold Schmidt Architekten GmbH aus München. Dies teilte die Universitätsklinikum mit.

Siebengeschossiger Gebäudekomplex
Der Siegerentwurf sieht auf dem Areal zwischen der Josef-Schneider-Straße und der Lindleinstraße einen siebengeschossigen Gebäudekomplex vor. Drei dieser Stockwerke liegen unter dem Geländeniveau. „Ich halte diesen Entwurf für architektonisch sehr gelungen und städtebaulich gut verträglich“, lobt der Ärztliche Direktor des Würzburger Uniklinikums, Prof. Christoph Reiners, und fährt fort: „Unser Ziel ist es, bei der Neugestaltung der Kopfkliniken sowie der späteren Umstrukturierung der benachbarten Universitätsfrauenklinik nach einem möglichst einheitlichen Baukonzept vorzugehen.“ Um ein insgesamt stimmiges Ensemble zu schaffen, sollten sich die zukünftigen Bauten laut Prof. Reiners am ebenfalls nahegelegenen Doppelzentrum für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM) orientieren. Folgerichtig nimmt der preisgekrönte Planungsentwurf Ideen aus dem im Jahr 2009 fertiggestellten ZOM/ZIM auf.

Fertigstellung 1. Bauabschnitt: 2021
Im 1. Bauabschnitt soll, entsprechend dem genehmigten Raum- und Funktionsprogramm, mit 10.969 m² Nutzfläche ein Bauwerk zur Unterbringung der Funktionseinheiten für die künftige Kopfkliniken wie Notaufnahme, Neuroradiologie, Operationsbereich und Zentralsterilisation an der Stelle der bestehenden Hörsäle und Forschungsflächen geplant werden (siehe Modellbild: Staatliches Bauamt Würzburg). Zudem sollen in dem Klinikgebäude die Intensiv- und Überwachungsstationen sowie Normalpflegestationen, Umkleiden und Technikflächen zur Verfügung stehen. Der Hubschrauberlandeplatz wird auf dem Gebäudedach gebaut. Der derzeitige Hörsaal- und Lehrtrakt an der Lindleinstraße wird für den Neubau abgerissen. Der Baubeginn für die dazugehörigen Erschließungsmaßnahmen ist auf Anfang 2016 terminiert; das Gebäude soll zwischen 2017 und 2021 an der Stelle des jetzigen Hörsaal- und Lehrtrakts der Kopfkliniken errichtet werden, eigentlich zur Lindleinstraße gehörend.

Wunsch des Klinikums: Umgehend dann mit 2. Bauabschnitt beginnen
Das Klinikum wünscht sich, dass der zweite Bauabschnitt mit Räumen für die Ambulanzen, Lehr- und Forschungsräumen sowie weiteren Bettenstationen und Funktionsflächen möglichst unmittelbar im Anschluss an die Fertigstellung des ersten Abschnitts realisiert werden kann. Derzeit ist allerdings nicht klar, wann der 2. Bauabschnitt gebaut wird. Dazu wird dann eines Tages das Gebäude, das heute im Wesentlichen Kliniken für Neurologie und Neurochirurgie beherbergt, abgerissen. Frei von jeglicher Bebauung bleibt sicherlich noch lange Zeit das Gelände, auf dem heute noch die Hals-Nasen-Ohrenklinik steht. UKW/ser
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