Umweltzone in Würzburg gefordert

Trübe Aussichten beklagen die Anwohner des Würzburger Stadtrings Süd: Zehntausende Autos fahren jeden Tag an ihren Häusern vorbei, darunter bis zu 4.000 Lkw.

Bürgerinitiative: „Brummis weg vom Stadtring“

In einem offenen Brief wendet sich die Bürgerinitiative (BI) „Brummis weg vom Stadtring“ an den Würzburger Stadtrat. Die Initiative beklagt „nicht akzeptable Verkehrsverhältnisse auf dem Stadtring Süd“.
Laut BI weist die Dauerzählstelle Würzburg/Estenfeld seit Jahren ein massives Verkehrsaufkommen durch das Würzburger Stadtgebiet nach - dies gelte sowohl für die Zahl der Pkw als auch für die Zahl der Lastkraftwagen. „So wurde im Juni 2012 beispielsweise ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen von 53.237 Fahrzeugen gemessen; an einem Tag wurden sogar 66.479 Fahrzeuge gezählt.“ Darunter befinden sich pro Tag auch 3.000 bis 4.000 Lkw.
Die Mitglieder der BI sind nicht weiter bereit, dies hinzunehmen: „Es geht um unsere Gesundheit und die unserer Kinder geht.“ Daher habe sich mittlerweile eine Initiative von Würzburger Ärzten formiert, die mit großer Sorge auf die Umweltsituation in Würzburg verweisen. So würden seit Jahren in Würzburg die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) überschritten. Messungen im Jahr 2011 ergaben laut BI ebenfalls massive Überschreitungen der Tages-Immissionswerte für Feinstaub.
Die Behörden vor Ort verweisen laut BI auf das seit 2006 bestehende Durchfahrtsverbot für Lastkraftwagen mit mehr als 12 Tonnen. So läge auch dann kein Durchgangsverkehr vor, wenn die Fahrt dem Verkehr in einem Gebiet innerhalb eines Umkreises von 75 km ab dem Beladeort dienen würde. Die BI bringt dazu ein Beispiel: Einem Lkw, der eine Ladung von Lohr nach Bamberg transportiert, wäre nach dieser Auffassung somit die Durchfahrt durchs Stadtgebiet erlaubt, weil es sich hier per Definition nicht um Durchgangsverkehr handeln würde. Laut Rathaus-Sprecher handelt es sich hierbei allerdings um eine Bundesregelung.
Dennoch: Die Lärm- und Abgasgepeinigten BI-Mitglieder sind nicht willens, sich dieser Logik anzuschließen: „Wir fordern mit allem Nachdruck ein totales Durchfahrtsverbot für Lastkraftwagen ab 3,5 Tonnen auf dem Stadtring sowie die Einrichtung einer Umweltzone und Tempo 30 im Würzburger Stadtgebiet.“ Wie auch in München oder Stuttgart dürfe künftig nur Lkw-Verkehr im Stadtgebiet mit dem Ziel des Be- und Entladens erlaubt sein.
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