Umstrittener Alt-OB weicht Widerstandskämpfer: Helmuth-Zimmerer-Straße wird Angermaierstraße heißen

Der Würzburger Georg Angermaier spielte eine maßgebliche Rolle im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. (Foto: Archiv Willi Dürrnagel.)
Würzburg: Helmuth-Zimmerer-Straße | Eine kleine Straße am Stadtrand rückte in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Die Helmuth-Zimmerer-Straße verläuft als halbkreisförmige Stichstraße südlich der Pilziggrundstraße. Benannt ist sie nach Dr. Helmuth Zimmerer, Würzburger Oberbürgermeister von 1956 bis 1968 – doch nach der Diskussion um Zimmerers Doktorarbeit, die er 1936 unter dem Titel „Rasse, Staatsangehörigkeit, Reichsbürgerschaft. Ein Beitrag zum völkischen Staatsbegriff“ verfasste, war Zimmerer als Namenspatron nicht länger tragbar. Mit Beschluss des Stadtrates vom 30. Juli wird die Helmuth-Zimmerer-Straße in Angermaierstraße umbenannt.

Der Würzburger Georg Angermaier spielte eine maßgebliche Rolle im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Angermaier, enger Freund des späteren Kardinals Julius Döpfner, wurde im Herbst 1939 als Justitiar der Diözesen Würzburg und Bamberg eingestellt. Als solcher verabreichte er den Nationalsozialisten eine juristische Niederlage nach der anderen. Angermaier fand bald Kontakt zum Widerstand. Er hatte Verbindungen zu den Attentätern des 20. Juli 1944, zum Kreisauer Kreis und zu anderen Gruppen. Die Nazis konnten ihm allerdings nichts nachweisen, er blieb vom Schicksal seiner Mitkämpfer – Verhaftung, Folter und Tod – verschont.

Die Hintergründe seines Todes wurden nie aufgeklärt: Ein SS-Wagen hatte ihn angefahren. Ob Mordabsichten dahinter standen oder lediglich ein böser Zufall, bleibt im Dunkeln.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.