Tunnel gegen Lärm und Feinstaub: Initiative ruft zur Demo am 8. April auf

Am 13. April findet ein Bürgerentscheid statt, mit dem die Würzburger für den bevorstehenden A3-Ausbau mit dem Würzburg-Tunnel stimmen können. Der Entscheid fordert die Stadt auf, alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten zu ergreifen, damit das Verkehrsministerium den „Tunnel unter dem Heuchelhofberg“ erneut aufgreift und auf die seit 2005 in der Schublade liegenden Pläne aufsetzt.

Bei einer Ortsbegehung informierte die Initiative über das bestehende Bauvorhaben sowie über die Alternative des Würzburg-Tunnels. Inmitten der jüngst kahlgeschlagenen Autobahnumgebung wurden den Bürgern die Trassenführungen für den „Trog“ wie auch für den Würzburg-Tunnel gezeigt.
Die Initiative fordert den Würzburg-Tunnel unter dem Heuchelhof hindurch. Von der Anschlussstelle in Heidingsfeld soll eine eingehauste Brücke über den Reichenberger Grund führen. Ein kleiner Tunnel geht unter der Hohen Steige hindurch, danach führt eine weitere eingehauste Brücke über den Rottenbaurer Grund in den Heuchelhofberg. Insgesamt ist dieser Würzburg-Tunnel knapp 800 Meter kürzer als der geplante Autobahntrog.

Als Vorteile des Tunnels gegenüber der Trogtrasse benannte die Initiative: 3,5 Kilometer Autobahn verschwänden aus dem Stadtbild. Durch die kürzere Strecke würden knapp vier Millionen Liter Kraftstoff pro Jahr gespart. Dank moderner Filtertechnologien könne der Feinstaub bis zu 98 Prozent aus der Luft herausgefiltert werden, zudem wäre Schluss mit dem Dauerlärm in Heidingsfeld und Heuchelhof. Die beiden Stadtteile könnten zusammenwachsen, Natur wäre zurückgewonnen. Die kürzere Bauzeit abseits der bestehenden Strecke vermindere die Stau- und Unfallgefahr.

Der „Katzenbergtunnel“, von dem die Autobahndirektion spreche, sei dagegen kein echter Tunnel, sondern lediglich ein überdeckelter Trogabschnitt von nur 570 Metern. In Wahrheit beschere die Autobahndirektion den Würzburgern eine mehr als fünf Kilometer lange, weitgehend offene sieben- bis neunspurige Autobahn mit etlichen Metern Tiefe. Unter dieser trennenden Schneise zwischen Heidingsfeld und Randersacker hätten noch die Würzburger Kinder und Kindeskinder zu leiden.

Die rechtliche Grundlage für den Trogbau sei inzwischen überholt, weil die Autobahndirektion die Kosten ihrer Planung von 170 Millionen auf gut 225 Millionen Euro nach oben korrigiert hat. Die Initiative hält eine unter Einbindung renommierter Fachleute erstellte, komplette Planung und Kostenrechnung des Würzburg-Tunnelprojekts vor. Auch bei der Autobahndirektion lägen Tunnelplanungen vor, so dass sich ein Tunnel bei entsprechendem Willen zeitnah verwirklichen ließe.

Tunnel-Demo am Dienstag
Die Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel widerspricht Behauptungen, denen zufolge es für eine Änderung der Baumaßnahme zu spät sei, und ruft zur Demonstration am Dienstag, 8. April auf. Die Demonstration beginnt um 17 Uhr mit einer Kundgebung am Vierröhrenbrunnen. Im Anschluss findet um 19 Uhr eine Infoveranstaltung in den Residenzgaststätten statt. Mehr Info: www. wuerzburg-tunnel.de
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