Streit ums „Tor zur Innenstadt“

Wer managt den Umbau der Kaiserstraße: die Stadt oder der Verein „Würzburg macht Spaߓ?

Modernisierung der Kaiserstraße: Oberbürgermeister geht auf Konfrontation zu „Würzburg macht Spaß“

Die Kaiserstraße soll schöner werden: Vor fast fünf Jahren beschloss der Stadtrat, die Hauptachse zwischen Bahnhof und City neu zu gestalten. An diesem Ziel wurde – wenn auch nicht sichtbar für Passanten und Geschäftsleute - im Rathaus auch mit Hochdruck gearbeitet: Es galt, die planerischen Voraussetzungen für den Umbau der Kaiserstraße in trockene Tücher zu bringen. In den letzten Tagen hat der Planungs- und Umweltausschuss des Stadtrates zumindest beschlossen, die Umsetzung der längst feststehenden tiefbautechnischen Maßnahmen in die Wege zu leiten. Doch jetzt wird der reibungslose Fortgang von Streitereien um die handelnden Personen behindert. Die Frage ist: Wer soll das Projekt Kaiserstraße managen – der Verein „Würzburg macht Spaß“ (WümS) oder doch der städtische Beauftragte für das City-Marketing? Am 28. Februar will der Stadtrat entscheiden.
Bereits 2008 wurde nach einem Beschluss des Stadtrats zur Umgestaltung der Kaiserstraße ein Gestaltungswettbewerb ausgelobt. Die Hauseigentümer in der Kaiserstraße erklärten ihre Bereitschaft, das Projekt auch finanziell zu unterstützen,  um das „Tor zur Innenstadt“ wieder attraktiver zu machen. Weitere Gelder erhält das Projekt von der staatlichen Städtebauförderung, Programm „Aktive Stadt und Ortsteilzentren“. Dazu musste von der Stadt ein „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept“ erarbeitet werden, in dem die Problemstellungen und Lösungsansätze in der Kaiserstraße gebündelt werden – in Zusammenarbeit mit Grundstücksbesitzern, Geschäftsleuten, Anwohnern und Passanten. Die Erarbeitung des Entwicklungskonzepts dauerte weit über ein Jahr.

Hat „WümS“ kein Konzept geliefert?
Wichtig für die Bund-Länder-Förderung des Projekts ist auch die Installierung eines Projektmanagements, das die Sanierung der Kaiserstraße betreuen soll, quasi als „entscheidende Schnittstelle zwischen den beteiligten öffentlichen und privaten Akteuren“, so die Stadt. Das Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ sollte vor zwei Jahren ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Doch nun sorgt eine Beschlussvorlage im Umwelt- und Planungsausschuss für Wirbel: Nicht „Würzburg macht Spaß“ soll das Kaiserstraßenmanagement übernehmen, sondern die Stadt selbst, in Person des Innenstadtbeauftragten Tobias Berz.
Der Verein „Würzburg macht Spaß“ fühlt sich brüskiert: „WümS“-Geschäftsführer und CSU-Mitglied Leonard Landois und sein Team beanspruchen das Projektmanagement weiter für sich. Unterstützt wird „WümS“ dabei von der Mittelstandsunion der Würzburger CSU. Im „WümS“-Lager empört man sich vor allem darüber, dass es das Rathaus nicht für nötig gehalten habe, das Stadtmarketing darüber zu informieren, dass man das Kaiserstraßen-Management in Eigenregie umsetzen wolle.
Diese Behauptung ist möglicherweise nur schwer zu halten:  Denn Oberbürgermeister Georg Rosenthal ließ wissen, dass „die Problematik um die Vergabe des Kaiserstraßenmanagements in einem persönlichen Gespräch mit dem WümS-Vorsitzenden Wolfram Struth im vergangenen Herbst erörtert“ wurde. Der Stadtrat habe 2011, so der Oberbürgermeister weiter, die Verwaltung beauftragt, „ein  Quartiermanagement zu installieren und dafür mit ‚Würzburg macht Spaß‘ einen Vertrag auszuarbeiten und den Stadtrat erneut damit zu befassen. Dazu ist es jedoch nie gekommen.“ Der Grund: Die Situation habe sich zwischenzeitlich geändert, die Stadt hat bereits 2011 unter dem Dach der stadteigenen Gesellschaft CTW (Congress Tourismus  Wirtschaft) mit Tobias Berz einen „Innenstadtbeauftragten“ für Stadtmarketing eingesetzt. Mit den Erfahrungen, die dieser jetzt in der Kaiserstraße sammelt, könnten weitere Projekte durchgeführt werden, so die Stadt.
Um den Streit beizulegen, einigte man sich im Ausschuss - insbesondere auf Wunsch der CSU-Fraktion - auf ein gemeinsames Gespräch zwischen Stadt und „WümS“.
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