Strampeln mit der Spenderlunge

Zieleinfahrt: Die Sportler der Radtour-pro-Organspende kommen an der Uniklinik an. Die Fahrer in den roten Trikots leben mit einem Spenderorgan oder müssen regelmäßig zur Dialyse. Foto Universitätsklinikum Würzburg

440 Kilometer quer durch Bayern: Radtour wirbt für Organspende

Nach sechs Tagen auf dem Rad und gut 440 Kilometern quer durch Bayern hat in diesen Tagen das Fahrerfeld der Radtour-pro-Organspende 2013 das Doppelzentrum für Innere und Operative Medizin (ZIM/ZOM) der Uniklinik Würzburg erreicht. Mit der Aktion wollen die Veranstalter die Öffentlichkeit für den besonders prekären Mangel an Organspenden sensibilisieren und so dazu beitragen, dass in Deutschland wieder mehr Patienten durch eine Organtransplantation geholfen werden kann.
Die Kerngruppe aus 22 Radlerinnen und Radlern lebt, so vermeldet die Pressestelle des Universitätsklinikums, entweder mit einem Spenderorgan oder ist dialysepflichtig. Veranstaltet wurde die Tour vom Verein TransDia–Sport für Transplantierte und Dialysepatienten. Sie findet seit dem Jahr 2007 jedes Jahr in einer anderen Region Deutschlands statt. Auf der Strecke werden gezielt Transplantationszentren und Spenderkrankenhäuser angesteuert. Start der Tour 2013 war am 7. Juli in Tegernsee. Weitere Stationen waren München, Freising, Landshut, Rottenburg, Regensburg, Parsberg, Neumarkt, Nürnberg, Fürth, Erlangen, Höchstadt und Kitzingen.
Auf der letzten Etappe von Kitzingen nach Würzburg hat sich eine Gruppe von 21 Mitarbeitern der Uniklinik den Transplantierten und Dialysepflichtigen angeschlossen. Viele der radelnden Unterstützer sind in der einen oder anderen Form beruflich unmittelbar mit dem Thema Transplantation und seinen Patienten verbunden, wie zum Beispiel die Professoren Ingo Klein und. Andreas Geier vom Leberzentrum des UKW. „Es ist schon faszinierend, neben einem Menschen einen Berg hoch zu strampeln, dem erst vor 13 Monaten eine komplette Spenderlunge implantiert wurde und der zuvor kaum mehr eine Treppe steigen konnte“, berichtet Prof. Geier.
Am ZIM/ZOM begrüßte Prof. Norbert Roewer, der Stellvertretende Ärztliche Direktor des UKW, die Sportler. Er berichtete, dass aktuell 12.000 Menschen deutschlandweit auf ein Spenderorgan warten und statistisch gesehen täglich drei von ihnen versterben, weil für sie nicht rechtzeitig ein passendes Organ verfügbar ist.
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