Spiegelstraße könnte Teil des Kardinal-Faulhaber-Platzes werden

Blick auf den Kardinal-Faulhaber-Platz: Der Stadtrat diskutierte und fasste Beschlüsse über seine Zukunft. (Foto: Stadt Würzburg)
Würzburg: Kardinal-Faulhaber-Platz | Man könnte den Eindruck bekommen, das sich die Stadt zu einem weiteren Anlauf aufrafft, um dem Bereich Kardinal-Faulhaber-Platz ein neues Gesicht zu geben: Der Stadtrat hat am Donnerstagnachmittag die Verwaltung beauftragt, dass die dem Auftrag zugrundeliegenden ein bis vier von acht vorgelegten Varianten im Hinblick auf, Klima, sowie Nutzungen und Verkehr unter Berücksichtigung der Anregungen aus dem Stadtrat weiter zu entwickeln und die städtischen Gremien alsbald erneut zu unterrichten seien.

Zugrunde liegt diesen Entwicklungen, dass künftig der Kardinal Faulhaber-Platz als „eigenständiger städtischer Raum fortentwickelt wird“. „Eine gemeinsame Betrachtung in Verbindung mit der zukünftigen Entwicklung des Mozartareals wird nicht mehr weiterverfolgt“. Allein der 1968 nicht denkmalgeschützte Anbau an das frühere Gymnasium werde als „nicht erhaltenswert“ erachtet und dem Kardinal-Faulhaber-Platz zugeordnet.

Die Aktivitäten gehen auf Anträge der Fraktionen von CSU und SPD zurück, die sich in der Abstimmung am vergangenen Dienstag im Umwelt- und Planungsausschuss deutlich mit elf gegen vier Stimmen durchsetzte. Sollte der Stadtrat diesem Verfahren weiterhin seinen Segen geben, soll nach einer weiteren Runde in der Verwaltung aus den weiter entwickelten Varianten eine oder mehrere Planungen für einen städtebaulichen Wettbewerb ausgelobt werden. Bei dem Verfahren werde auch die Öffentlichkeit einbezogen (die Sitzung dauerte bei Redaktionsschluss noch an).

Ganz anders mit dem Fortschritt sieht es allerdings bei dem ehemaligen Mozartgymnasiums aus. Obwohl eine deutliche Mehrheit der abstimmenden Würzburger im Rahmen des Bürgerbescheids im vergangenen Jahr den Erhalt des Gebäudes forderte, gebe es nach der Auffassung der Bürgerinitiative „Rettet das MOZ“ (BI), keinerlei Fortschritte. Die Federführung bei diesem Projekt liegt beim Kulturreferat der Stadt.

In einem Pressegespräch erinnerte der Sprecher der BI, Jörg Töppner, daran, dass ihr Sieg bei der Bürgerbefragung gleichzeitig einen Auftrag für die Stadt enthalten habe: „Der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes und seine Sanierung stehen an“. Zwar gebe es eine Vorlage der Stadtverwaltung vom April dieses Jahres, die verkündete, es ging um ein „Sozialrathaus in Kombination mit Bildung und Kultur“. Dabei habe die Verwaltung vorgeschlagen, das Hufeisen für die Musikhochschule und die Sing- und Musikschule sowie Kulturelles zu nutzen.

Es sei nicht „nachvollvollziehbar, warum hier keine Entscheidungen getroffen werden. Es gehe um die konkrete Umsetzung, insbesondere die Mittelfreigabe für entsprechende Untersuchungen zur Entwicklung des Sanierungskonzepts auf der Grundlage eines Nutzungskonzepts. Auch sei ein weiterer Bürgerdialog zwar angekündigt aber nicht terminiert worden. „Der Stadtrat ist gefordert zu handeln, die BI und die Bürger Würzburgs erwarten eine zeitnahe Umsetzung des demokratisch entschiedenen Bürgerentscheids.“ Das Verhalten der Stadt führe zu einem Verlust an Vertrauen in eine demokratische Politik, sagte Töppner. Seine BI habe allerdings einen „langen Atem“.

In Bezug auf die neuen Pläne zur Aufwertung des Kardinal-Faulhaber-Platzes sagte Töppner, sinnvoll sei eine Begrünung des Platzes. Es habe sich im Zusammenhang mit dem Bürgerentscheid im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Bürger heute aufmerksam auf die Aspekte Gesundheit, Lebensqualität und städtisches Grün achteten. Die BI sei bereit, zusammen mit dem Aktionsbündnis “Grüne Mitte für Würzburg“ für diese Ziele zu kämpfen.

von Adolf Käser
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