Sonnenstunden der Caritas: Singen, schwingen, basteln

Heute besucht Welpe Hugo die von Ariane Ahrens-Rützel geleiteten „Sonnenstunden“. (Foto: Caritas)

Für körperliche und geistige Fitness kann man immer sorgen. Auch wenn man schon ziemlich betagt ist. Und sogar, wenn man an einer Demenz leidet. Wie fit sie trotz ihrer Einschränkungen noch sind, beweisen die Senioren, die sich zum Angebot „Sonnenstunden“ der Caritas Würzburg treffen. Inzwischen findet die Initiative zur Entlastung pflegender Angehöriger an fünf Standorten in Stadt und Kreis Würzburg statt.

Manchmal kugelt ein Ball innerhalb des Sitzkreises von Senior zu Senior. Oft wird gesungen. Gern basteln die älteren Herrschaften mit den Fachkräften, von denen die „Sonnenstunden“ geleitet werden. „Hin und wieder arbeiten wir auch mit dem Schwungtuch“, erzählt Ariane Ahrens-Rützel. Die Montessori-Therapeutin leitet die Gruppe in Rottendorf. An jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat trifft man sich hier. Heute hat sich ein besonderer Gast angesagt: Wenzel Rach. Der kann wunderbar Gitarre spielen. Im Nu gelingt es ihm, die Runde mitzureißen.

Eine Traumreise nach Hawaii
Rach entführt die Damen nach Hawaii, wo es traumhafte Palmenhaine, aber kein Bier gibt. Nicht alle seine Lieder sind den Seniorinnen mit allen Strophen bekannt. Macht aber nichts. Es bereitet Spaß, mit den Klanghölzern den Takt mitzuschlagen.

Bei dem Caritas-Angebot geht es vornehmlich darum, pflegende Angehörige zu entlasten. Während der drei „Sonnenstunden“ können sie sich von den Anstrengungen der Pflege und Betreuung erholen. Die Erkrankten erleben derweil gesellige Stunden. Das gemeinsame Singen von „Wenn die bunten Fahnen wehen“, „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Lustig ist das Zigeunerleben“ ist besonders beliebt. „In der Schule hatte ich im Singen immer meine besten Noten“, erzählt eine betagte Dame, die heute zum ersten Mal ins Rottendorfer „Haus der Begegnung“ gekommen ist. Hingebungsvoll singt sie die Lieder mit.

Die „Sonnenstunden“ erlebt sie als willkommene Abwechslung: „Denn ich bin viel alleine.“ Ihr Mann ist schon seit über 40 Jahren tot. Eine Tochter lebt noch in Rottendorf: „Die ist auch immer da, wenn ich sie brauche.“ Aber natürlich hat sie ihr eigenes Leben. So wird erzählt und die Erinnerungen schweifen ab in frühere Zeiten, die bei den meisten Senioren wesentlich präsenter sind als die Gegenwart. Einige der Damen gingen vor fast 80 Jahren gemeinsam in die Volksschule: „Es waren immer zwei Jahrgänge in einer Klasse.“ Nur die erste Klasse war für sich. Und mit der siebten Klasse war man mit der Schule fertig.

An diesem Donnerstagnachmittag gibt es neben Wenzel Rach noch eine weitere Überraschung: Hugo und Emma besuchen die Gruppe! Die beiden Welpen, die Ariane Ahrens-Rützel gehören, werden begeistert empfangen. Eine ältere Dame, die im Rollstuhl sitzt, nimmt Hugo auf ihren Schoß. Der Welpe lässt sich das gern gefallen. Auch die Tiere wecken Erinnerungen. Denn mit Tieren hatte man früher viel zu tun.

Die nächsten Termine der „Sonnenstunden“ sind unter www.caritas-wuerzburg.org/hilfen/niedrigschwellige-hilfen/sonnenstunden abrufbar.
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