Sichere Rad-Strecke in den Norden gefordert

150 Radler demonstrieren beim Versbacher Fahrradsonntag

Zum Start der Protestfahrt am vergangenen Sonntag öffnete der Himmel seine Schleusen - dennoch machten sich 150 Demonstranten auf den Weg. Sie wollten endlich ein Zeichen setzen, dass die Radstrecke von Versbach nach Würzburg dringend verbessert werden muss.
Der Sprecher des Arbeitskreises „Eine Welt“ aus Versbach, Matthias Hart, hat die Demonstration organisiert. Er fordert: „Der Würzburger Norden braucht endlich eine sichere Radstrecke, auf der Alltagsradler und Kinder sicher fahren können.“
Zum ersten Mal lernte Oberbürgermeister-Kandidat Muchtar Al Ghusain (für SPD und Grüne) und sein potenzieller Rivale Christian Schuchardt (Kämmerer und möglicherweise auch OB-Kandidat der CSU) die Strecke kennen.

„Konnten die Strecke kaum finden“
Beide gaben zu, dass sie große Mühe hatten, die Strecke überhaupt zu finden. Ortsunkundige Tourenradler auf dem Main-Werra Radweg oder dem neuem Zwei-Frankenradweg können die Strecke mangels Beschilderung ohnehin kaum entdecken.
Dass die Sicherheit dringend verbessert werden muss, ist sowohl für Al Ghusain als auch für Schuchardt klar. Besonders die Tunnelbereiche und die fünf Zebrastreifen zeigen, dass die Strecke in keiner Weise mehr die Anforderungen an einen zeitgemäßen Radweg erfüllt.
Höhepunkt der Fahrrad-Demo war dann die Einfahrt des 150-köpfigen Pelotons in den Berliner Ring. Deutlich wurde hier: Die Führung des Radwegs auf Fußgängerwegen, vorbei an
Absperrgittern wie an der Ausfahrt Richtung Grombühl, ist nicht länger tragbar. Weitere Einschränkungen, Überschneidungen mit Bürgersteigen oder über Ampelführungen machen den Radverkehr unsicher und unattraktiv.
Bei der Demonstration zeigte sich auch, dass die Führung des Radverkehrs durch die Wohnbereiche in der Lindleinsmühle ein Sicherheitsproblem bedeutet - selbst an einem verkehrsarmen Sonntag: Es kam zu zwei kleinen Unfällen mit entgegenkommenden Passanten sowie kitzligen Situationen mit ausparkenden Fahrzeugen. Kämmerer Schuchardt sieht deshalb auch die Fortführung des Radwegs nach der Ausfahrt Zinklesweg als notwendige Alternative.
In einem Abschlusskommentar meinte Organisator Hart, er habe den ersten Versbacher Fahrradsonntag mit 24 Jahren durchgeführt. Jetzt sei er 44 - und es seien erst zwei Verbesserungen des 1993 aufgestellten Mängelplans erfüllt worden. „Ich hoffe, dass es diesmal nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleibt und ich nicht erst mit 64 eine sichere Radstrecke nach Würzburg befahren kann.“
Der Versbacher Fahrradsonntag wird von mehr als 20 Organisationen parteiübergreifend unterstützt. Seit über 20 Jahren dokumentiert der AK Eine Welt, ein Sachausschuss des Pfarrgemeinderats St. Jakobus Versbach, die mangelhafte Strecke. Mehr Info: www.versbacher-fahrradsonntag.de
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