„Rettungsdienst ist Knochenarbeit“: Neue Wasserretter für die Wasserwacht

Neun unerschrockene Rettungsschwimmer der Kreis-Wasserwacht Würzburg haben sich vor wenigen Tagen in die kalten Fluten des Mains gewagt. Für die praktische Abschlussprüfung zum Wasserretter kämpften sie sich trotz eisiger Temperaturen und Regenwetter zwei Tage lang durch verschiedene Übungsszenarien. „Wasserrettungsdienst ist Knochenarbeit, oft unter schweren Bedingungen“, resümiert Ausbildungsleiter Thomas Redelberger. „Ganz bewusst führen wir diese Ausbildung nicht im Sommer durch, denn unsere Helfer müssen wissen, was sie im Notfall leisten können.“
Die Wasserretter-Ausbildung komplettiert die Grundlehrgänge der Wasserwacht. Schon im Vorfeld haben sich die Teilnehmer als Rettungsschwimmer und Sanitäter qualifiziert. „Grundlegende Rettungstechniken und medizinische Notfallversorgung konnten wir hier voraussetzen, mit dem Wasserretter wenden wir diese Kenntnisse in unseren Einsatzsituationen an“, umreißt Redelberger das Konzept des Lehrgangs. Vorbereitet werden die Teilnehmer vor allem auf die Tätigkeit in den Schnelleinsatzgruppen der Wasserwacht sowie im Katastrophenschutz.
Der Prüfung voran gingen drei prall gefüllte Ausbildungsabende. Theoretischer Unterricht und praktische Übungen im Schwimmbad lieferten die nötigen Kenntnisse für das Wochenende im Freiwasser. Im Kern des Lehrgangs standen die Versorgung von Tauchunfällen, Hitze- und Kälteschäden sowie die Rettung mit dem Motorboot. Einweisungen in die Funktechnik und Einsatztaktik, Knotenkunde und ein Reanimationstraining rundeten die Ausbildung ab. „Wir möchten, dass unsere Helfer genug Zeit haben, sich mit allen Rettungsmitteln genau auseinanderzusetzen“, erklärt Ausbilder Hagen Rausch, „denn im Ernstfall können wir nicht lange überlegen."
Besondere Herausforderungen brachte das Prüfungswochenende mit sich. „Die Strömung im Main ist gerade heftig“, berichtet Teilnehmerin Maria Reiling, „bei einigen Übungen wurden wir stark abgetrieben.“ An verschiedenen Stationen galt es unter anderem, einen verunglückten Taucher aus der Tiefe zu retten, unterkühlte Schwimmer zu versorgen und eine verletzte Person auf dem Wasserweg zu transportieren. Am Ende konnte Ausbildungsleiter Redelberger allen Teilnehmern zur bestandenen Prüfung gratulieren. „Wasserrettung ist Teamarbeit“, mahnte er jedoch abschließend. So war der Tag für alle Beteiligten erst zu Ende, als auch der letzte Notfallrucksack aufgeräumt und alle Neoprenanzüge zum Trocken aufgehängt waren.
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