„Radler werden nicht ernst genommen“

VCD: Würzburg beim Radverkehr abgehängt

Ist der Radverkehr ein Stiefkind der Würzburger Verkehrspolitik? Das sagt zumindest der Verkehrsclub Deutschland (VCD) angesichts des erneut deutlich schlechten Abschneidens der Stadt im bundesweiten ADFC-Radklimatest 2012.
„Die Studie bestätigt die Einschätzung der meisten Radfahrer in Würzburg, dass die Verhältnisse im Radverkehr Anlass zu Kritik geben und die Stadt im deutschlandweiten Vergleich weit abgeschlagen ist“, so Dr. Christian Loos, Vorsitzender des VCD. Laut Studie liegt Würzburg auch in der Einschätzung der Bevölkerung zur „Förderung in der letzten Zeit“ auf dem letzten Platz der vergleichbar großen Städte.
Bereits 2005 war Würzburg zur fahrradunfreundlichsten Stadt in der Gruppe der Städte zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern gewählt worden. „Die Ergebnisse 2012 zeigen, dass die Stadt diese sieben Jahre nicht genutzt hat“, so Loos weiter. Der politische Wille sei zwar vorhanden, allerdings „wird er wohl von einzelnen Akteuren oder Gruppen gezielt ausgebremst“, sagt Loos.
Ungünstige Ampelschaltungen, unklare und oft zu schmale Radwegführungen, teilweise im Gegenverkehr, sowie vermatschte oder holprige Oberflächen seien in Würzburg Alltag. Für den VCD dränge sich der Eindruck auf, Fahrradfahrer werden in Würzburg lediglich als Touristen gerne gesehen, als Verkehrsteilnehmer aber nicht ernst genommen. „Während in Städten wie Frankfurt und München eine echte Trendwende stattgefunden hat, ist Würzburg noch immer dem Leitbild der autogerechten Stadt der siebziger Jahre verhaftet.“
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