Platz’scher Garten wird zum Mahnmal

An der Schwelle: Pater Meinrad Duffner erläutert das Denkmal am Platz’schen Garten Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Helmut Försch, Stadträtin Benita Stolz, Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake und dem Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Josef Schuster. Foto: Wagenbrenner

Am Mittwoch wurde ein Mahnmal eröffnet, das an die jüdischen Opfer der sechs Deportationen von November 1941 bis Juni 1943 erinnern soll.

Würzburg (red) – Zwischen November 1941 und Juni 1943 wurden aus Unterfranken 2.043 Menschen deportiert. Nur 41 überlebten die Shoa. Gesammelt wurden die jüdischen Bürger und Bürgerinnen anfangs in der Schrannenhalle an der Spiegelstraße, später am Platz’schen Garten. Dort steht heute das Haus Benedikt der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach. Dr. Josef Schuster, die Abtei und Oberbürgermeiser Georg Rosenthal eröffneten am Mittwoch an diesem Ort auf dem Weg in die Konzentrationslager Riga, Theresienstadt oder Auschwitz ein Mahnmal. Dieses soll Ausgangspunkt werden für einen „Weg der Erinnerung“. An Gedenk-Stelen entlang wird erstmals am 10. Mai 2011 besonders der 852 Opfer der dritten Deportation erinnert. Diese mussten am hellen Tag am 25. April 1942 vom Platz’schen Garten in die Aumühle marschieren, wo die Züge starteten.
Das Denkmal am Friedrich-Ebert-Ring entstand nach Entwürfen von Pater Meinrad Duffner mit einer Säule und einer Treppe mit verlorenen Schuhen. Bereits in der Nacht vom 9. Auf den 10. November gedachten zahlreiche Vertreter der Kirchen, Politik und des gesellschaftlichen Lebens der Pogrom-Nacht vor 72 Jahren am Platz der ehemaligen Synagoge in der Domerschulstraße. 



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