Ostern – Brechen wir auf! Gedanken von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann

Das Foto mit Papst Franziskus zeigt den Bischof bei der Überreichung des neuen katholischen Gebet- und Gesangbuchs "Gotteslob" in Rom (Foto: POW). (Foto: Foto: POW)
An Ostern feiern die Christen das Fest der Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

Bewusst setze ich diesen Satz an den Anfang meiner Gedanken zum Osterfest 2014. Nicht alle Menschen in unserer Gesellschaft wissen heute um die Bedeutung von Ostern. Nein, Ostern ist nicht die Feier des Frühlingsanfangs oder gar das Fest des Osterhasen. Ostern ist das zentrale Fest der Christen. Am Osterfest macht sich der christliche Glaube fest: „Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, so ist unsere Predigt leer, leer auch euer Glaube.“

Das schreibt der Apostel Paulus wenige Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung in seinem ersten Brief an die Christen in Korinth. Schon damals bestand offensichtlich die Gefahr, vom Glauben an Jesu Auferstehung abzuweichen und am Glauben an die Auferstehung zu zweifeln. Paulus fordert die Christen indirekt auf, Zeugnis zu geben für diesen Glauben. Er legt ihnen und auch uns heute nahe, die frohe Botschaft zu verkünden, dass das Leben siegt, nicht der Tod – ein für alle Mal.

Zeuge dieser Botschaft: Papst Franziskus
Einer der bedeutsamsten Zeugen dieser Botschaft in unseren Tagen ist Papst Franziskus. Seit einem Jahr prägt er die Kirche und vor allem auch die öffentliche Wahrnehmung der katholischen Kirche. Was ist das Besondere an diesem Zeugen der Auferstehungsbotschaft? Was hat Papst Franziskus, was neu und anders ist als seine Vorgänger? Ganz maßgeblich und grundlegend ist seine Herkunft. Er ist der erste Papst aus Lateinamerika. Er bringt aus seiner bisherigen pastoralen Arbeit besondere Erfahrungen mit, vor allem auch eine große Sensibilität dafür, wie das Evangelium heute neu zu buchstabieren ist.

Es ist ganz beachtlich, wie sein Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, seine dienende Menschlichkeit und sein natürliches, schlichtes Auftreten und Verhalten wahrgenommen werden. Papst Franziskus ist offen und aufmerksam für jeden Menschen. Kaum vorstellbar, mit welcher Geduld er stundenlang in den Begegnungen mit offenen Armen und offenem Herzen auf die Menschen zugegangen ist und zugeht.

Was passiert da gerade in der Kirche?
Was passiert da gerade in der Kirche? Ein Papst zeigt sich menschlich, nahbar, lebensnah, ohne Berührungsängste. Außer seinem Sicherheitspersonal sind offensichtlich alle darüber begeistert. Warum macht er das? Und wie kann er das überhaupt durchhalten? Ich bin überzeugt, dass er es aus einer tiefen Beziehung zu Gott heraus tut, aus einem tiefen Überzeugtsein von der Botschaft der Auferstehung Jesu.

Papst Franziskus hört ganz stark auf Gottes Wort. Von hier aus kann er sich für die Bedürftigen stark machen. Und ein zentrales Anliegen gibt ihm ebenfalls das Beispiel Jesu vor: Habt den Mut, missionarisch zu sein! Habt den Mut, auf die Menschen zuzugehen, an die Hecken und Zäune zu gehen. Das schon berühmt gewordene Wort von der „verbeulten Kirche“ spricht Bände: Papst Franziskus ist eine solche Kirche lieber als eine Kirche, die sich zu sehr im eigenen Kreis aufhält und ja nur darauf bedacht ist, sich keine Schrammen zu holen.

Was Kirche wirklich ist: eine dienende Kirche
Mittlerweile hat er mit seinem offenen Wesen und seiner Herzlichkeit weltweit die Herzen vieler Menschen gewonnen. Mit seinen Worten bringt er zum Vorschein, was Kirche wirklich ist: eine dienende Kirche. Eine Kirche Gottes für die Menschen. So lebt Kirche aus dem Geist Gottes! Seine Ermutigung in seinem aktuellen Schreiben „Evangelii Gaudium“ (Freude des Evangeliums) gilt allen Christen: „Brechen wir auf, gehen wir hinaus, um allen das Leben Jesu Christi anzubieten!“

Ja, dieser Appell deckt sich genau mit der Botschaft des Osterfests, die die ersten Zeugen der Auferstehung überliefert haben. Sie bleiben nicht am leeren Grab stehen. Sie brechen vom dunklen Ort des Todes mit einer neuen, weltverändernden Botschaft auf. Sie gehen hinaus, um diese frohe Nachricht zu verkünden. Sie folgen dem Auftrag des auferstandenen Christus, den er an seine Jünger richtet: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ Was vor 2000 Jahren den Jüngern galt, ist heute Auftrag aller Christen. Wir müssen den Menschen die frohe Botschaft wieder neu nahebringen. Wir – wer sonst – müssen das verkünden, was unseren Glauben auszeichnet: Christus ist auferstanden. Christus lebt. Das ist unser Glaube. Das ist unser Osterglaube, der die Welt verändert!

Mein großer Wunsch ist, dass auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, an diesem Osterfest etwas von dieser frohen Botschaft erspüren, dass Sie diese gute Nachricht erreicht.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest
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