Neue Grombühlstraba: 22.000 € pro Meter - Fertigstellung für 2019 geplant

Erstmals 1926 wurde die Grombühl-Trasse bis zum Klinikviertel verlängert. Jetzt wird die Trasse ab der Kreuzung Petrinistraße/Josef-Schneider-Straße ins Nordviertel der Würzburger Universitätsklinik ausgebaut. Ab 2019 biegen Straßenbahnzüge der Linien 1 und 5 nicht mehr nach links in die Robert-Koch-Straße, sondern fahren geradeaus in der Josef-Schneider-Straße weiter und biegen bei der Frauenklinik in die Oberdürrbacher Straße ein bis zur Wendeschleife ein Stück oberhalb des heutigen Parkplatzes.
Würzburg Im gerade angelaufen Jahr 2016 soll der Bau begonnen werden. Fertiggestellt und in Betrieb genommen werden soll das Projekt 2019: Mit Gesamtkosten von knapp 28 Millionen werden rund 1000 Meter neue Bahngleise gebaut, auf denen künftig die Straßenbahnzüge der Linien 1 und 5 von der Josef-Schneider-Straße bis zur neuen geplanten Endhaltestelle in der Oberdürrbacher Straße fahren. Damit wäre der direkte Anschluss der Neubauten der Universitätsklinik auf dem nördlichen Erweiterungsgelände an der Oberdürrbacher Straße an das Strabanetz bis nach Rottenbauer geschaffen.

Mit dem Bau des Großprojekts kann nun begonnen werden, obwohl die Finanzierung letztlich noch offen ist. Die Regierung von Unterfranken hat mit einem sogenannten „vorzeitigen Maßnahmebeginn“ den Weg frei gemacht. Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer erklärte in diesem Zusammenhang, gerade die Anbindung der Frauenklinik und des vor einem Umbau stehende Kopfklinikums bis zu den Zentren ZIM und ZOM sowie der millionenschweren Neubau des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz seien „für den öffentlichen Personennahverkehr ein wichtiges und zentrales Anliegen, das der gesamten Stadt zugutekommt.“ Die Verlängerung der Straßenbahntrasse in Grombühl sei zudem ein Beitrag zum Umweltschutz.

In einem Beschluss des Stadtrates vom März 2014 heißt es, dass die Verlängerung der Straßenbahnlinie in der mittelfristigen Finanzplanung der Würzburger Straßenbahn-GmbH (WSB) aufgenommen sei. Sollte die Straba die Finanzierung nicht durchhalten können, „wird die Stadt die „Finanzierung des Projekts sicherstellen“. Vom Anteil der staatlichen Förderung des Projekts fließen 80 Prozent der förderfähigen Kosten für die Verlängerung der Straßenbahn und 60 Prozent für den Bau eines Park&Ride Parkplatzes. Zusammen gibt dies, wie es in der Mitteilung der Regierung von Unterfranken steht, einen Betrag von etwa 17,9 Millionen Euro. Erst im Rahmen des Förderverfahrens werde die Fördersumme des Projekts seitens des Fördermittelgebers verbindlich konkretisiert.

Der Stadtrat hat bereits 2005 die WSB beauftragt, einen Planfeststellungsbeschluss bei der Regierung von Unterfranken zu erwirken. Dieser wurde auf der Basis der vorgelegten Planungen von Stadt und WSB von der Regierung im März 2010 erlassen. Damit wurde u. a. bereits eine neue Verkehrsführung in diesem Bereich von Grombühl festgeschrieben: So wird im Wesentlichen der heutige End- und Umsteigepunkt der Buslinien 13 und 24 von der Haltestelle Pestalozzistraße zur neuen Trasse der Straßenbahnlinien 1 und 5 in die Oberdürrbacher Straße verlegt werden. Der Zinklesweg soll für den Individualverkehr unmittelbar vor der Einmündung in die Josef-Schneider-Straße gesperrt werden.

Durch die Verlängerung der Straßenbahntrasse wird das bestehende Liniennetz ausgebaut, das Nordgelände des Universitätsklinikums direkt erschlossen und umsteigefrei an die Innenstadt angebunden und weiter bis nach Rottenbauer geführt. Zusätzlich vom Wegfall der Umsteigenotwendigkeit vom Bus zur Bahn reduziere sich die „derzeitige Reisezeit von durchschnittlich 20 Minuten vom Hauptbahnhof bis zum Einzugsbereich der künftigen Endhaltestelle Oberdürrbacher Straße etwa um die Hälfte“, berichtet die Regierung. (ser)
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