Mozartgymnasium: „Zünglein an der Waage“ verhilft CSU zum Sieg

Würzburg Der Stadtrat hat die Behandlung eines Antrags der SPD-Fraktion zum Erhalt des sogenannten „Hufeisens“ des ehemaligen Mozartgymnasiums abgelehnt. Eine Mehrheit hatten die Gegner, im Wesentlichen die CSU-Fraktion mit den wahlkampfbekannten Gruppen, nicht: Die Abstimmung ging 24:24 Stimmen aus, was Ablehnung bedeutet. Interessant war dabei das Verhalten von Oberbürgermeister (OB) Christian Schuchardt.

OB: Für Antrag argumentiert, gegen ihn gestimmt
Während er zunächst für die Weiterverfolgung des Antrags plädierte, den seine Verwaltung als Beschlussvorlage zustimmend formulierte, stimmte er – der als letzter seine Stimme abgab - mit einem Nein. Vor seiner Stimmabgabe muss die Sachlage so gewesen sein, dass die Befürworter des Antrags mit 24:23 Stimmen vorne gelegen sind – der Oberbürgermeister war das Zünglein an der Waage, die sich damit zugunsten der CSU neigte.

Musikhochschule sucht Räume
Den Antrag, das „Hufeisen“, das südliche Gebäude mit der Freitreppe, zu erhalten. begründete für die SPD Hans-Werner Loew, Er wies darauf hin, dass ein Großteil der Stadträte und auch die Verwaltung in dieser Richtung seit Monaten arbeiteten. Zudem gebe es ein Gremium aus Fraktionsvorsitzenden und dem Oberbürgermeister, die mit dem Investor versuchten, die Sache voranzutreiben. Letztlich habe der Oberbürgermeister selbst Kontakte zur Musikhochschule aufgenommen, die seit Langem auf der Suche nach Räumlichkeiten sei und sich offenbar stark für die Mozartschule interessiert zeige.

Dr. Bötsch: Wirft SPD "Schaufensterantrag" vor
Für die CSU-Stadtratsfraktion begründete Dr. Christine Bötsch das Nein Ihrer Fraktion. Sie wies auf das Ausschreibungsverfahren um die Bebauung des Mozartareals durch einen Investor hin. Obwohl mit diesem bereits seit Wochen die Frage, was mit dem Restgelände ohne „Hufeisen“ gemacht werden könne, diskutiert würde, sah Bötsch ein Ja zu dem Antrag der SPD als „fatales Signal an jeglichen Investor“. Die ablehnende Haltung der CSU bedeute nicht, dass man den Teilerhalt nicht wolle. Aber: „Der Antrag der SPD ist ein politischer Schaufensterantrag und da machen wir nicht mit“.

Für die Würzburger Liste sprach sich Fraktionsvorsitzender Jürgen Weber gegen den SPD-Antrag aus, für die Fraktion aus FDP und Bürgerforum Joachim Spatz und für die FWG Josef Hofmann. Die Grünen sprachen sich dafür aus. Fraktionsvorsitzender Matthias Pilz erinnerte auch an den jüngsten Wahlkampf, in dem sich fast alle für einen Teilerhalt ausgesprochen hätten. Für die ZfW erklärte Wolfgang Baumann die Zustimmung seiner Fraktion für eine Weiterverfolgung des SPD-Antrags. ser
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