Mozartareal im Stadtrat: Fällt diese Woche Entscheidung zum Bürgerentscheid?

Blick vom Sparkassengebäude zum ehemaligen Gymnasium an der Maxstraße. Das Ratsbegehren des Stadtrats will Abriss und Neubebauung.
Würzburg In die Frage, was mit dem Gelände der ehemaligen Mozartschule geschehen soll, kommt Bewegung. Sicher ist, dass am kommenden Dienstag die Bürgerinitiative „Rettet das Moz“ (BI) ihre gesammelten ca. 8.000 Unterschriften im Rathaus abgibt, wodurch gleichzeitig die Einleitung des Bürgerentscheids beantragt wird, teilte Sprecher Jörg Töppner mit. Zudem soll am Donnerstag kommender Woche im Stadtrat beschlossen werden, dass und wie die Stadt ein „Ratsbegehren“ durchführen will – voraussichtlicher Zeitpunkt 5. Juli -, verbunden mit einer zu einem späteren Zeitpunkt stattfindende Bürgerbefragung.

"Nutzung für Bildung und Kultur"
Ziel des angestrebten Bürgerentscheids der BI sei “der Verbleib des Areals in öffentlicher Hand und damit die Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes und seine Nutzung für Bildung und Kultur in Verbindung mit dem Kardinal-Faulhaber-Platz. Der angemeldete Bedarf von Einrichtungen wie der Hochschule für Musik oder der Sing- und Musikschule unterstreiche und ergänze eindrucksvoll „die von uns genannten Nutzungsmöglichkeiten für Welterbezentrum Residenz, Stadtmuseum und Tourismus.“ Letztlich seien dies Ansätze „für ein attraktives Konzept, das auch vielschichtige Fördermöglichkeiten in Hinblick auf eine stufenweise Sanierung eröffnen“.

"Attraktive bauliche Neugestaltung des Mozartareals"
„Sind Sie für eine attraktive bauliche Neugestaltung des Mozartareals mit dem Kardinal-Faulhaber-Platz durch die Schaffung neuer Flächen für Einzelhandel und Hotel, attraktives wohnen in der Innenstadt, einer neuen Tiefgarage und wahlweise Teilerhalt oder Neubau des Gebäudeteiles an der Hofstraße/Maxstraße mit einer gemischten kulturellen und wirtschaftlichen Nutzung sowie eine hochwertigen Verkehrsberuhigung der touristischen Hauptachse Dom-Residenz unter Rücksichtnahme auf das UNESCO-Weltkulturerbe?“

Das „Ja“ zu dieser Frage wünsche sich der Stadtrat im Rahmen seines Ratsbegehrens, heißt es in der Beschlussvorlage für die Stadtratssitzung. Die Entscheidung „Erhalt der ehemaligen Schulgebäude“(BI) oder „eine Entwicklung und Neubebauung“ des Mozartgeländes sei „die wichtigste und wesentliche Grundsatzentscheidung.

Wo bleiben Denkmalschutz und Veräußerungsverfahren für das Areal?
Auffallend ist, dass in der Beschlussvorlage ganz wesentliche Punkte im Zusammenhang mit zur Entwicklung des Mozartareals nicht auftauchen. Selbst das von der Stadt durchgeführte europaweite ausgeschrieben Suchverfahren nach einem Investor beinhaltet den schriftlichen Hinweis auf den Schutz des Denkmals Mozartschule: Nur im Einvernehmen mit der Denkmalschutzbehörde in Bayern und der UNESCO für den Titel „Welterbe“ Residenz könnten Abriss und Neubauten durchgeführt werden. Vergessen wurde wohl auch - oder vielleicht auch nicht -, dass die Stadt mitten in einem vertraglich festgelegten Verfahren steht und in Kontakt mit einem Investor von diesem derzeit noch Nachbesserungen an seinen vorgelegten Plänen einfordert. ser
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