Mehr Sicherheit auf dem Weg zur Schule

Vor einigen Schulen und Bushaltestellen sollen Tempo-30-Zonen eingerichtet werden, wie beispielweise hier am Rennweger Ring.

Über ein Jahr nach tödlichem Unfall in der Zellerau: Verwaltung diskutiert Tempo 30 vor Schulen

Im Dezember 2011 starb eine 13-Jährige bei einem furchtbaren Verkehrsunfall an einer Straßenbahnhaltestelle in der Zellerau: Das Mädchen wurde auf die Straße geschubst, direkt vor einen Lkw. Der Fahrer konnte nicht mehr bremsen. Die Menschen in der Stadt waren geschockt und forderten mehr Sicherheit an den Haltestellen. Über ein Jahr nach dem Unfall sollen jetzt endlich ernsthafte Maßnahmen in die Wege geleitet werden: Am kommenden Dienstag diskutiert der Umwelt- und Planungsausschuss im Rathaus den Antrag, die zulässige Höchstgeschwindigkeit vor Schulgebäuden in einigen Straßen auf 30 km/h zu beschränken. Der Vorschlag soll nach einer weiteren Beratung im Kultur- und Schulausschuss Ende Februar im Stadtrat beschlossen werden.

Gefahren auf dem Schulweg
Direkt nach dem Unfall wurde ein „Runder Tisch Verkehrssicherheit“ unter Vorsitz von Kultur- und Schulreferent Muchtar Al Ghusain einberufen, der im vergangenen Jahr zwei Mal tagte. Das Ziel: mehr Sicherheit auf dem Schulweg. Dabei konnten die Würzburger auf Erfahrungen zurückgreifen, die Nürnberg mit einer ähnlichen Aktion gemacht hat: Die Stadt Nürnberg wollte vor fast allen Schulgebäuden ein Tempolimit von 30 km/h einführen. Doch die Regierung von Mittelfranken als Aufsichtsbehörde erhob Einspruch - Nürnberg musste bei drei Schulen das Limit wieder aufheben, bei weiteren sieben Schulen hatte die Regierung Vorbehalte.
Dann klagte ein Autofahrer gegen Tempo 30 – doch die Klage wurde abgewiesen. Die Frage, wann Tempo 30 vor einer Schule angemessen ist und wann nicht, beantwortete das Verwaltungsgericht in Ansbach abschließend: „Entscheidend ist die besondere Gefahrenlage, die einzeln für die betreffenden Schule dargelegt werden muss.“ Zu den besonderen Gefahren zählen laut Gericht auch Situationen, die tagtäglich vor Würzburger Schulen zu beobachten sind: Schüler, die an der Bushaltestelle drängeln oder Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und abholen – dies begründet bereits ausreichend die Einrichtung einer Tempo-30-Zone.  
Nach dem Urteilsspruch konnte in Würzburg eine Lösung erarbeitet werden, die rechtlich auf einer soliden Basis steht. Die Stadt begutachtete in Zusammenarbeit mit der Polizei eine ganze Reihe von Schulgebäuden. Das Ergebnis: Tempo 30 soll es in der Weißenburgstraße in Höhe Friedrich-König-Gymnasium sowie in der Frankfurter Straße in Höhe der Haltestelle DJK-Stadion und zwischen Höchberger Straße und Wörthstraße geben, außerdem am Rennweger Ring im Bereich des Siebold- und Riemenschneidergymnasiums, am  Zwerchgraben in Höhe des Matthias-Grünewald-Gymnasiums und der Goetheschule sowie des BBZ II, am Sanderring beim Röntgengymnasium, in der Friedrich-Spee-Straße in Höhe des BBZ I und der Klara-Oppenheimer-Schule sowie im Straßburger Ring nahe der Heuchelhofschule.
In mehreren Straßenzügen steht eine abschließende Klärung noch aus: Tiefe Gasse, Goerdelerstraße, Neubaustraße/Augustinerstraße, Mainaustraße und Stettiner Straße. Außerdem sollen an allen Schulen Wegepläne erstellt werden, auf denen sichere Strecken zur Schule aufgezeichnet sind.
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