Medizintourismus – Deutschland und Bayern als Ziele immer beliebter

Der Medizintourismus ist in Deutschland noch immer auf dem aufsteigenden Ast. Bayern ist dabei vor allen Dingen bei Touristen aus dem Golfstaaten ein beliebtes Ziel. (Foto: Darko Stojanovic / pixabay.com)

Deutschland wird als Ziel bei internationalen Medizintouristen immer beliebter. Laut einem Bericht der ÄrzteZeitung seien es allein im Jahr 2015 über 250.000 Patienten aus 176 Ländern gewesen, die sich in Deutschland behandeln ließen. Gegenüber dem Jahr 2013 sei dies ein Plus von 4,4 Prozent. Während in Bayern dabei vor allem Medizintouristen aus dem arabischen Raum eine wichtige Rolle einnehmen, seien es im Rest von Deutschland Hauptsache Patienten aus Russland, die ein Plus von 1,2 Milliarden Euro in das deutsche Gesundheitssystem spülten. Dennoch stünde nicht jeder den Medizintouristen positiv gegenüber. So geht die Stadt München etwa hart gegen „zweckentfremdete“ Wohnungen vor, die über einen längeren Zeitraum an Medizintouristen vermietet werden.

Anfang des Jahres veröffentlichte die ÄrzteZeitung einen Artikel (http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/klinikmanagement/article/904013/medizintourismus-deutschland-ziel-immer-beliebter.html), in dem von über 250.000 Patienten allein im Jahr 2014 die Rede war. Die meisten von ihnen seien dabei laut ÄrzteZeitung aus Russland gekommen. Insgesamt seien es 9.800 stationäre und 15.000 ambulante Patienten gewesen. Daneben seien in deutschen Kliniken im Jahr 2014 aber Patienten aus 175 weiteren Ländern behandelt worden. Dies alles entspricht laut ÄrzteZeitung einem Wachstum von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und einem Plus von 1,2 Milliarden Euro für das deutsche Gesundheitssystem.

Allerdings laufe bei Weitem nicht alles rund und man könne nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass das Wachstum in dieser Form anhalten werde. So seien die Behandlungszahlen russischer Patienten bereits wieder um 7,5 Prozent zurückgegangen, was sowohl an dem Verfall des Rubel liegen könne als auch an der zunehmend angespannteren Situation zwischen der EU und Russland, die durch den anhaltenden Konflikt in Syrien derzeit noch weiter angeheizt wird.

Zudem seien die Patienten ungleich verteilt, weshalb einige Länder mehr von den ausländischen Medizintouristen profitierten als andere. Besonders beliebt als Ziel sei dabei zunehmend die Bundeshauptstadt Berlin, die auch gezielt um die Gunst der Medizintouristen werbe. Auch Sachsen und Brandenburg verzeichneten hohe Wachstumsraten. Die beliebtesten Regionen für Medizintouristen aus dem Ausland seien aber noch immer, und das bereits seit mehreren Jahren, die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg.

Die Augsburger Allgemeine berichtete hierüber erst diesen August (http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Muenchen-und-die-Medizintouristen-id38772297.html) und zeigte, dass zunehmend Menschen aus dem arabischen Raum nach Bayern, und im Besonderen nach München, kämen und sich dort behandeln ließen. Insgesamt 3.500 stationäre Patienten aus den Golfstaaten seien es etwa im Jahr 2014 in der bayerischen Landeshauptstadt gewesen. Noch im Jahr 2009 seien es lediglich 800 Patienten gewesen. Das Klinikum München bietet inzwischen zahlreiche Leistungen speziell für arabische und russische Patienten an (https://www.klinikum-muenchen.de/international-information/), die von Personal mit Fremdsprachkenntnissen bis hin zu Dienstleistungen wie Flughafentransfer bis hin zu „individuellen Bedürfnissen“ reichen. Andere Münchner Kliniken, so etwa die Schönheitsklinik von Dr. Wolfgang Funk stellen ihre Homepages (http://www.schoenheitsklinik.com/) mittlerweile sogar komplett in arabischer Sprache zur Verfügung.

Dabei sind allerdings nicht alle Münchner erfreut über den großen Zustrom an Medizintouristen. So geht die Stadt München inzwischen konsequent gegen „zweckentfremdete“ Wohnungen vor. Also Wohnungen, die hauptsächlich an Touristen vermietet und damit dem regulären Wohnungsmarkt entzogen werden. Wird man in München dabei erwischt, so werden Bußgelder zwischen 7.000 und 50.000 Euro fällig. Eine drohende Strafe, die viele Vermieter angesichts Tagespreisen von vielfach über 300 Euro, gerne in Kauf nehmen. Daher fordert der Münchner Mietverein nun, dass die maximale Bußgeldhöhe auf 100.000 Euro erhöht werden solle. Aktuell liegen jedoch keine Informationen vor, dass die Stadt München in diese Richtung bereits Schritte übernommen hätte.
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