„Lebendig und urban“

Der Kardinal-Faulhaber-Platz (rechts) aus der Luft. (Foto: Stadt Würzburg)

Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ und Handelsverband Bayern zur Neuordnung des Faulhaber-Platzes

Seit einiger Zeit erörtern der Handelsverband Bayern - Bezirk Unterfranken und das Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ die Neuordnung des Kardinal-Faulhaber-Platzes. Die Geschäftsleute haben dabei klare Vorstellungen, wie der Platz ihrer Meinung nach am besten zu gestalten ist: Die auch von der Stadtbildkommission favorisierte Gestaltungsvariante beinhaltet einen lebendigen und urbanen Platz, der sowohl den wirtschaftlichen Interessen, als auch dem Wunsch nach Begrünung und Verweilen nachkommt.
Durch die Einbeziehung der im vorderen Bereich gelegenen Straße wird die „bespielbare“ Fläche sogar größer, als es mit der Nutzung des Kardinal-Faulhaber-Platzes allein möglich wäre. Die zurückhaltende Bebauung im hinteren Bereich lässt es zu, den Platzcharakter in direktem Anschluss an die Spiegel- und die Theaterstraße zu entwickeln. Damit wird ein richtiger und vor allem auch konsensfähiger Weg eingeschlagen.

Bäume allein bringen keine Kundschaft
Diese auch von Handelsverband und Stadtmarketing präferierte Planungsvariante soll der ursprünglichen und weiterhin sinnvollen Strategiesetzung zur neuen Fußgängerzone gerecht werden. „Der Erfolg der Neugestaltung des Quartiers Eichhorn-/Spiegelstraße hängt in hohem Maße davon ab, wie die Endpunkte der Einkaufsstraßen gestaltet sind. Hier sind lebendige und zumindest anteilig wirtschaftsorientierte Schlusspunkte notwendig, um die für die ansässigen Unternehmen erforderlichen Kundenbesuchszahlen sicherzustellen“, so die Organisatoren.

Einkaufsstraßen ohne geeigneten Abschluss kämpfen ihrer Ansicht nach häufig mit nicht ausreichenden Frequenzen, da Passanten einen Durchgang schneller abbrechen, wenn sie erwarten, dass am Ende einer Straße „nichts mehr los“ ist.
Eine durchmischte Nutzung aus Handel und Gastronomie, ergänzt durch Hotellerie und/oder Dienstleistungen, Arztpraxen etc. auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz, soll für den Endpunkt passend sein. Eine reine Parkanlage jedoch stellt laut Mitteilung den gewünschten Abschluss des Quartiers Eichhorn-/Spiegelstraße „in keinem Fall dar“.

Neue Tiefgarage unter dem Platz
Vor allem angesichts der aktuellen Umwälzungen durch Digitalisierung, Onlinehandel und periphere Handelsangebote sei es zentrale Aufgabe einer Stadt, ihre Erreichbarkeit gleichberechtigt für alle Verkehrsteilnehmer (Rad, Auto, ÖPNV und Fußgänger) konzeptionell zu verbessern, um sich selbst am Leben zu erhalten und unschöne Leerstände zu minimieren. Die Schaffung einer ausreichend dimensionierten Tiefgarage unter Einbettung in das städtische Parkraummanagement sei ist somit eine richtige und vorausschauende Planung, um Verkehrsströme effizient und sinnvoll zu organisieren.

Dabei sollen zwei Belange berücksichtigt werden: „Die Tiefgarage ist sowohl dazu geeignet, die Erreichbarkeit der Innenstadt zu erhalten und zu fördern, wie auch den automobilen Verkehr zügig aufzunehmen und somit den Park-Such-Verkehr im Umfeld zu reduzieren. Darüber hinaus ergeben sich für die fortgesetzte Verkehrsplanung im Umfeld des Kardinal-Faulhaber-Platzes z.B. bzgl. ÖPNV, Carsharing und Bikesharing verkehrsentlastende Gestaltungsalternativen, ohne einen der wichtigsten Standortfaktoren der Stadt beschneiden zu müssen.“

Tendenzen, den Individualverkehr nicht mehr willkommen zu heißen, seien gerade für ein Oberzentrum wie Würzburg gefährlich, da die Menschen und damit die Wirtschaftskraft überwiegend aus dem Umland stammen. Dies zeige auch das Würzburger Handelsgutachten, das ein Marktgebiet mit rund 875.000 Einwohnern ausweist. Rund 85 Prozent der Menschen
kommen nicht aus dem Stadtgebiet und sind überwiegend auf die individuelle Anreise oder den ÖPNV angewiesen.

Selbstverständlich stünden die Würzburger Unternehmen sinnvollen Initiativen, die auch verkehrsberuhigend und -entlastend wirken, offen und aktiv gegenüber. Beispiel aus dem Umgriff des Kardinal-Faulhaber-Platzes ist die Initiative der Unternehmer, die Eichhorn- und Spiegelstraße früher als vorgesehen verkehrsfrei zu halten. Aktuell setzen sich Geschäftsleute aus der Theaterstraße für eine Verkehrsberuhigung und für die Reduzierung des Durchgangsverkehrs ein.

Durch eine Platzgestaltung am Kardinal-Faulhaber-Platz mit maßvoller Bebauung, Tiefgarage und eingebundener Begrünung lassen sich laut Handelsverband und Stadtmarketing ökologische und ökonomische Ziele miteinander verknüpfen und in Einklang bringen. „Die Fokussierung auf das Wachstum im Herzen Würzburgs ist von erheblicher Bedeutung, um den momentan noch bestehenden attraktiven Mix aus Handel, Gastronomie und Dienstleistung – jeweils mit einem hohen Anteil an inhabergeführten und hier ansässigen Unternehmen – für die Zukunft unserer lebenswerten, liebenswürdigen und lebendigen Innenstadt zu erhalten und zu fördern.“
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