Kühlen Kopf im Zinstief

Die Konditionen für Immobiliendarlehen sind günstig wie selten zuvor. Wer nicht auf Sand bauen will, sollte die Finanzierung der eigenen vier Wände dennoch sorgfältig durchrechnen. Foto djd/BSC Neutrale Allfinanz-Vermittlungs-GmbH

Eine Immobilienfinanzierung muss gut durchdacht sein

Tiefer können die Zinsen kaum sinken: Wer derzeit eine Immobilie finanziert, zahlt für sein Darlehen weniger als je zuvor. Doch ob sich der Traum von den eigenen vier Wänden wirklich aus eigener Kraft stemmen lässt, muss mit kühlem Kopf durchgerechnet werden. Alexander Vorndran vom Finanzdienstleister BSC (www.bsc-gmbh.com) warnt: "Niemand sollte sich nur wegen niedriger Zinsen eine Immobilie zulegen. Man muss die eigenen Mittel und Möglichkeiten genau ausloten und realistisch einschätzen." Unabhängige Finanzdienstleister beraten den Bauherren etwa bei der Beantragung öffentlicher Gelder und Zuschüsse, beispielsweise für besonders ökologisches Bauen. Vor allem aber helfen sie, das beste Finanzierungskonzept zu finden - denn auf das Angebot der Hausbank alleine sollte man sich nicht verlassen.

Am Anfang steht der Kassensturz
Im Vorfeld einer Immobilienfinanzierung rät Vorndran zunächst zum Kassensturz, also zum Gegenrechnen der regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben. "Der gewohnte Lebensstandard sollte durch die Baufinanzierung nicht beeinträchtigt werden." Wie viel Haus drin ist, hängt dann von der monatlichen Rate ab, die der Kreditnehmer stemmen kann. Die Grundregel lautet: Höchstens ein Drittel des monatlichen Familien-Nettoeinkommens sollte in den Kredit fließen. Die Gegenüberstellung der kompletten Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten mit den nach Abzug der eisernen Reserve verbleibenden Eigenmitteln zeigt, wie hoch das Fremdkapital ist, das man sich über ein Darlehen besorgen muss.

Mindestens zwei Prozent tilgen
Welche Beiträge dafür jeden Monat an die Bank gezahlt werden müssen, errechnet sich aus dem aktuellen Baugeldzins und der Tilgungsquote. Sie sollte mit mindestens zwei Prozent angesetzt werden, um genügend Reserven für mögliche Zinserhöhungen zu haben. Alexander Vorndran: "Ob sich die Rate aus Zins und Tilgung aus dem Haushaltsbudget tragen lässt, findet man am einfachsten in einem Tilgungstraining heraus. Vor der ,echten' Finanzierung tut man also eine Zeit lang so, als ob man schon wie geplant finanzieren würde und spart nebenbei gleich Kapital an." M

20 Prozent Eigenkapital als Minimum
Ein Grundstock an eigenen Mitteln ist bei der Baufinanzierung unerlässlich. Als Minimum an Eigenkapital sollten 20 Prozent der Baukosten beziehungsweise des Kaufpreises plus der nicht zu unterschätzenden Nebenkosten vorhanden sein. Dabei gilt: Je mehr, desto besser - denn fremdes Geld ist immer teures Geld. Alexander Vorndran vom Finanzdienstleister BSC: "Wer weniger Fremdmittel aufnehmen muss, hat außerdem nicht nur eine geringere monatliche Belastung, sondern ist auch nicht so stark von möglichen Zinserhöhungen zu einem späteren Zeitpunkt betroffen."
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