Kopflaus-Alarm in Würzburger Schulen und Kinderhorten – So werden Sie die Plagegeister sicher wieder los

Auch wenn´s beim Kämmen ziept: Bei Kopflausbefall hilft nur eine kompromisslose Behandlung. Foto kopflaus.de
  Gut möglich, dass es den Leser dieser Zeilen gleich am Kopf juckt: In Würzburger Grundschulen und Kindertagesstätten sind Kopfläuse massiv auf dem Vormarsch. Rote oder gelbe Mitteilungszettel an die Eltern, „Läusealarm“ genannt, sind derzeit an der Tagesordnung - in manchen Einrichtungen sind Dutzende Kinder befallen.
Schüler, die im Unterricht die Köpfe zusammenstecken oder sich auf dem Pausenhof in die Haare geraten, bringen schnell einige neue „Haustiere“ mit – die Läuse übertragen sich sehr schnell. Und wenn die Viecher erst einmal Fuß gefasst haben, ist es gar nicht so leicht, sie wieder los zu werden. Zwar sind Eltern verpflichtet, der Schule oder dem Hort die Läuse zu melden und sofort Schritte zur Vernichtung der Plagegeister einzuleiten. Doch längst nicht alle Erziehungsberechtigte halten sich an diese Vorgaben. Außerdem kursieren in Sachen Kopflaus immer noch viele Vorurteile und Halbwahrheiten.
Wie sind Kopfläuse zu erkennen, wie zu behandeln? Und was muss noch beachtet werden? Damit Kinder (und auch Erwachsene sind nicht immun) die Läuse effektiv loswerden, fasst primaSonntag die wichtigsten Fragen und Antworten zusammen (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung).

Woher kommen die Kopfläuse?
Kopfläuse leben – wie ihr Name schon sagt – ausschließlich auf dem menschlichen Kopf, und das schon seit vielen Jahrtausenden. Und weil sie überall auf der Welt immer wieder neue Köpfe finden, auf denen sie sich niederlassen können, sterben sie auch so schnell nicht aus.

Wie werden Kopfläuse übertragen?
Die Tiere können nicht fliegen und nicht springen, sondern nur krabbeln – darum müssen sich die Köpfe zweier Menschen berühren, damit die Laus „umsiedeln“ kann. Das passiert beispielsweise, wenn zwei Kinder im Unterricht gemeinsam über ihrer Mathearbeit brüten oder nah beieinander sitzen. Andererseits gilt: Über Gegenstände wie Kopfstützen oder Kopfkissenbezüge werden die Läuse so gut wie nie übertragen. Eine Ausnahme sind Mützen, Kämme oder Bürsten, die innerhalb kurzer Zeit von mehreren Personen benutzt werden.

Wer kann Kopfläuse bekommen?
Jeder, der Kontakt zu anderen Menschen hat: Blonde, Brünette, Rotschöpfe, Lockenköpfe, Glatthaarige, Kurzhaarträger. Bloß Glatzköpfe sind einigermaßen sicher. Läuse sind übrigens kein Zeichen für mangelhafte Hygiene: Tatsächlich siedeln sich Kopfläuse in regelmäßig frisch gewaschenem Haar umso leichter an, weil die Haare durch Shampoo und Föhn aufgeraut werden – die Tiere können sich hier besser festhalten. Schamgefühle bei Kopflausbefall sind also fehl am Platz.

Wie werde ich die Laus los?
Hier kommt es auf konsequentes Handeln an: Am ersten Tag der Anti-Laus-Kur muss das Haar mit einem entsprechenden Läuseshampoo gewaschen werden (fragen Sie in der Apotheke nach aktuellen Präparaten). Hernach muss das Haar alle vier Tage mit einem Läusekamm gründlich ausgekämmt werden, und zwar zwei Wochen lang – bei dichtem und lockigem Haar geht´s mit einer Pflegespülung leichter. Am achten Tag kommt noch einmal das Shampoo zum Einsatz. Wer diese Behandlung durchhält, kann sicher sein, die Krabbelviecher allesamt eliminiert zu haben.

Betttücher, Stofftiere, Kleidung – muss ich alles waschen und einfrieren?
Bevor Sie die Erbsen aus der Tiefkühltruhe holen, um Platz für die Teddys zu schaffen: Auf Kleidungsstücken oder Spielzeugen findet man höchst selten eine fitte Laus. Die Tiere machen außerhalb des menschlichen Haarschopfs keine gute Figur und sind nach zwei Tagen verhungert. Beziehen Sie das Bett frisch, reinigen Sie Kämme und Bürsten und waschen Sie die Mützen – das genügt.

Wenn mein Kind Läuse hat, geht das niemanden was an. Oder?
Ganz im Gegenteil: Wenn Sie bei Ihrem Kind Kopfläuse entdecken, können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass es auch den einen oder anderen Spiel- und Klassenkameraden erwischt hat. Informieren Sie also umgehend Schule, Hort, Kindergarten und die Eltern der Freunde – sonst kann es durchaus sein, dass sich die Kinder immer wieder gegenseitig anstecken. Merke: Nur wenn alle Eltern die Läuse bekämpfen, wird die Gruppe die Viecher dauerhaft los.
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