Kirchenasyl nimmt gutes Ende

Der Äthiopier Ebrahim Akmel Temam. Foto POW

Ebrahim Akmel Temam droht nicht mehr die Abschiebung nach Malta

Nach sieben Monaten hat das Kirchenasyl in der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg (KHG) ein positives Ende gefunden. Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Dr. Manfred Schmidt, teilte Rechtsanwalt Joachim Schürkens und Hochschulpfarrer Burkhard Hose am Dienstag, 18. Dezember, mit, dass das sogenannte Selbsteintrittsrecht der Bundesregierung gegenüber Malta ausgeübt werde. Ebrahim Akmel Temam droht damit nicht mehr die Abschiebung nach Malta, die durch das Kirchenasyl verhindert werden sollte. Der äthiopische Flüchtling befand sich seit 16. Mai 2012 in der KHG Würzburg im Kirchenasyl.

Als Begründung für die Entscheidung des Bundesamtes nannte dessen Präsident die besondere Schutzbedürftigkeit Akmel Temams aufgrund einer erheblichen Erkrankung. Ärztliche Stellungnahmen, die während der Zeit des Kirchenasyls erstellt worden waren, hätten bestätigt, dass der junge Äthiopier durch die Erfahrungen seiner sechsjährigen Flucht schwer traumatisiert sei. "Ich bin sehr dankbar, dass das Kirchenasyl noch vor Ablauf der Frist, innerhalb derer Ebrahim die Abschiebung nach Malta drohte, zu einem guten Ende gekommen ist. Beim Bundesamt und seinem Präsidenten bedanke ich mich, dass sie sich bereit erklärt haben, eine nochmalige Prüfung der besonderen Schutzbedürftigkeit auf der Grundlage der durch die KHG veranlassten Gutachten anzustrengen", betonte Hochschulpfarrer Hose. Nur durch das Kirchenasyl habe die besondere Situation in diesem Einzelfall ausreichend gewürdigt werden können. Dankbar sei er Bischof Dr. Friedhelm Hofmann und Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand, die der KHG in den vergangenen Monaten vertraut hätten, dass die Entscheidung für das Kirchenasyl gut vorbereitet und dessen Umsetzung verantwortlich durchgeführt wurde. "Das Kirchenasyl war nur möglich, weil eine große Zahl von Unterstützern, vor allem viele Studierende, sich zuverlässig über die Monate hinweg engagiert haben. Die Missionsärztliche Klinik, Fachärzte und Therapeuten, Flüchtlingsorganisationen und nicht zuletzt die besonnene Beratung durch Rechtsanwalt Schürkens haben uns dabei wertvolle fachliche Hilfe geleistet", sagte Hose. Weiter dankte er dem Team und der Gemeindeleitung der KHG, die in großer Solidarität die besonderen Belastungen der Monate des Kirchenasyls mitgetragen hätten. "Schließlich danke ich Ebrahim Akmel Temam, der uns sein Vertrauen geschenkt hat." Nachdem die Bundesrepublik nun das Verfahren übernommen habe, würden die weiteren Schritte zwischen den Anwälten und den zuständigen Behörden in den kommenden Tagen geklärt.
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