Kinderkrippen im Container

Container, speziell für die Nutzung als Kinderkrippen gibt es heute zu kaufen oder zu mieten – so wie am Campus Nord der Universität Würzburg am Hubland. Sie beherbergen derzeit zwei Kinderkrippengruppen bis im Spätherbst ein Kinder-und Familienzentrum der Universität in Betrieb genommen wird.

25 Millionen Euro für 530 Krippen-Plätz: Konsens im Stadtrat zum Ausbau von Kinderkrippen in Würzburg

Die Stadt hat seit Anfang 2008 den Bau von rund 530Plätzen in Kindertagesstätten (Kita) mit einem Finanzierungsanteil von 6,5 Millionen Euro ermöglicht. Gebaut wurden die Einrichtungen im Wesentlichen von kirchlichen und nichtkirchlichen Trägern. Dabei wurden insgesamt        Krippen-Plätze für Kinder im Alter von einem Jahr bis drei Jahren errichtet. Der Freistaat förderte diese Baumaßnahmen mit etwas über zehn Millionen Euro, während die Bauträger selber ein Drittel der Gesamtbaukosten von etwa 25 Millionen Euro aufbringen mussten.
Die Zahlen  nannte in einem Gespräch Sozialreferent Robert Scheller. Nach einer zum Stichtag 1. September 2012 errichteten Statistik standen zu diesem Zeitpunkt 880 Plätze zur Verfügung. In diesem Jahr kommen nach Fertigstellung laufender Baumaßnahmen weitere knapp 170 Krippenplätze dazu.  Die Stadt kann damit insgesamt rund 1050 Krippenplätze vorweisen. Im Hinblick auf den 1. August dieses Jahres, dem Stichtag, ab dem jeder Bewerber um einen Kinderkrippenplatz ein einklagbares Recht darauf hat, sagte Scheller, er sehe dies „von der Nachfrage her relativ entspannt“. Der aktuelle Versorgungsgrad liege bei über 53 Prozent: „Natürlich hört man immer wieder, dass ein Bewerber für einen Krippenplatz Probleme habe. Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen den Wartelisten und der tatsächlichen Belegung der reservierten Plätze, so dass es bislang immer aufgegangen ist“.
Scheller machte deutlich, dass nach einem Grundsatzbeschluss des Stadtrats für alle Bewerber  um einen Krippenplatz in Würzburg ein Angebot da sein müsse. Dies könne, so Robert Scheller, künftig schwieriger werden: „Bislang konnten wir Krippenplätze dort bauen, wo schon ein Kindergarten oder eine andere Einrichtung vorhanden waren. Zumindest in der Innenstadt sehe ich keine Möglichkeit mehr,  neue Krippen zu errichten. Es  fehlen Bauplätze.“ Derzeit, so der Sozialreferent, untersuche man die Möglichkeit, bei Bedarf  Container als Zwischenlösung aufzustellen: „Vielleicht müssen sich kurzfristig dann Eltern, die Plätze suchen, auch mit einem Provisorium begnügen“. Aber die Miete dieser Container sei teuer: Rund 3.500 Euro pro Monat.
Stellung bezog der Referent auch zu der Frage ausreichender Betreuungskräfte für die Kinderkrippen nach der Ausbauwelle  der vergangen Jahre. Die Auswahl, so Scheller, sei auch in Würzburg „begrenzt. Es wird auch für uns als öffentlicher Arbeitgeber Jahr für Jahr  schwieriger“. Dabei spiele auch die Ausbildung der Betreuungskräfte eine wichtige Rolle: Fünf Jahre, Theorie und Praxis. Scheller sagt, dies sei „zu lange, anachronistisch“. Theorie und Praxis sollten in einem dualen System enger verzahnt werden. Baden Württemberg habe dies auf eine dreijährige Ausbildung hin reformiert: „Das sind dann ganz normale Azubis mit Bezahlung und Urlaubsansprüchen“. In Bayern seien die einschlägigen Fachakademien mit Reformen „zurückhaltend. Aber eine vierjährige Ausbildung müssten wir zumindest einführen“.
Der Würzburger Stadtrat hat von Anfang an beschlossen, Kinderkrippenplätze nach Bedarf zu errichten. Aus diesem Grund wurde eine jährliche Statistik fortgeschrieben, die die Entwicklung der Nachfrage nach Krippenplätzen dokumentiert. Auf dieser Basis wurde jährlich ein Bedarfsplan entwickelt, die erforderlichen Maßnahmen festgelegt und die Finanzierung im Haushalt der Stadt aufgenommen, beschlossen und dann „gebaut und gebaut. In diesen Jahren wurde sehr viel Geld ausgegeben und es ist für mich besonders bemerkenswert, dass in diesem Zusammenhang alle  Beschlüsse im Stadtrat einstimmig gefasst wurden“, freute sich Robert Scheller und:  „Die Stadt ist zudem den kirchlichen und sozialen Einrichtungen Würzburgs für ihr Engagement und damit für das Gelingen unserer Vorhaben sehr dankbar“.
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