Keine Angst vor der Biene : Das Leben im Bienenstock verfolgen – ohne die Gefahr von Stichen

Wenn die Temperaturen steigen, schwärmen die Bienen wieder aus. (Foto: Helga R. Heilmann)
 
Jürgen Tautz. (Foto: A. Theismann)
Mit den steigenden Temperaturen sind die Bienen wieder unterwegs. Angst vor den pelzigen Fliegern ist allerdings nicht angebracht, wenn man ein paar Regeln befolgt. Ein Angebot der Uni Würzburg ermöglicht es, das Leben im Bienenstock zu verfolgen – ganz ohne die Gefahr von Stichen.

Wenn die Temperaturen im Frühling zweistellige Werte erreichen, werden die Bienen wieder aktiv. Auf der Suche nach Nahrung starten sie ihre ersten Flüge zu allem, was jetzt schon blüht, und schleppen den Pollen zurück in den Bienenstock.

Bienen sind in der Regel nicht aggressiv
Gut möglich, dass sich das eine oder andere Tier auch an den Kaffeetisch auf der Terrasse verirrt oder, angelockt von den bunten Farben, in den Sandkasten auf dem Spielplatz. In diesem Fall raten Bienenexperten dazu, Ruhe zu bewahren. „Bienen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen“, sagt Jürgen Tautz, bis vor kurzem Professor an der Universität Würzburg.

Dazu kommt, dass es meist Wespen sind und keine Bienen, die den Menschen durch Stiche zusetzen. „Diese Gefahr lässt sich vermindern, indem man sich, sollte man von Wespen umflogen werden, nur langsam bewegt“, so Tautz. Auch sollte man nicht aus Gefäßen trinken, deren Inhalt man nicht nach eingedrungenen Wespen absuchen kann.

Bienen tauchen im Sommer allerdings nicht nur als Einzelexemplare auf. Wenn das Wetter über mehrere Wochen hinweg mild gewesen ist, kommt es zu einem besonderen Naturschauspiel: dem Schwärmen. Dann teilt sich ein Volk, und mehrere tausend Tiere begeben sich in einem dichten Schwarm auf die Suche nach einem neuen Zuhause. Unschön, wenn das zum Beispiel in einem Rollladenkasten am Kinderzimmerfenster gefunden wurde.

Zur Selbsthilfe sollten die Betroffenen in diesem Fall keinesfalls greifen: Von Methoden wie einem gezielten Strahl mit dem Wasserschlauch oder Ausräuchern rät Jürgen Tautz dringend ab. „Das macht die Bienen erst wirklich aggressiv“, warnt der Bienenforscher. Gut möglich, dass sie dann zum Angriff übergehen. Besser ist es in einem solchen Fall, den örtlichen Imkerverein zu informieren. Die Experten werden sich um das Problem kümmern und das Bienennest sachgemäß entfernen.

Bienen gefahrlos im Internet beobachten
Wer Bienen gefahrlos beobachten will, kann dies bei einem weiteren Projekt von Jürgen Tautz tun: der Online-Forschungsplattform HOBOS – ausgeschrieben „HOneyBee Online Studies“. Diese internetbasierte Lehr- und Lernplattform liefert Livestreams aus dem Bienenstock und seiner Umgebung sowie jede Menge an Messdaten. Ergänzend finden die Besucher der Plattform ein Lexikon des Bienenverhaltens und interaktive Lehrmaterialien: www.hobos.de

Jürgen Tautz: Ein anerkannter Bienenexperte

Tautz forscht seit vielen Jahren an der Honigbiene. Die Ergebnisse seiner Arbeiten haben in zahlreichen Publikationen in Fachzeitschriften ihren Niederschlag gefunden – und in einer Reihe von Aktivitäten, mit denen sich Tautz an die Öffentlichkeit richtet. So lud er regelmäßig zu Führungen durch die Würzburger Bienenstation ein, er hat ein Bienen-Hörbuch veröffentlicht, und sein Sachbuch „Phänomen Honigbiene“ wurde in 19 Sprachen übersetzt.
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